Else Thalheimer  (Teil 3)

 

Else Thalheimer

Ein Lebensweg von Köln nach Tel Aviv


Teil 3

 

von
Herbert Henck

 

 


Teil 1

              Einleitung
Kap. 1    Herkunft und Familienverhältnisse
                       
Else Thalheimer
                       Salo B. Lewertoff
Kap. 2    Gymnasium. Studien in Bonn, München und Köln
Kap. 3    Die Kölner „Gesellschaft für neue Musik“
              Anmerkungen zu Teil 1


Teil 2

Kap. 4    Das Buch VON NEUER MUSIK
                       
Die Entstehung des Buchs
                       Zur Geschichte und Arbeit des Marcan-Verlags
                       Die drei Herausgeber und der Verleger
                       Der Briefwechsel mit Ferruccio Busoni
                       Die Veröffentlichung, ein Verlagskatalog und ein Inserat
Kap. 5    Fritz Jacob Marcan
              Anmerkungen zu Teil 2


Teil 3

Kap. 6   „Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr“ und „Jüdische Kunstgemeinschaft“
                       
Paul Hindemith
Kap. 7   Auswanderung, Leben in Palästina, Israel und den USA
                       
Emigration. Hubermans „Palestine Symphony Orchestra“
                       Europareise
                       Amerika, erster Aufenthalt
                       Ein letzter Besuch in Köln
                       Rückkehr nach Israel
                       Amerika, zweiter Aufenthalt
                       Letzte Jahre in Israel
Kap. 8   Else Thalheimers Publikationen
Kap. 9   Chronologie Else Thalheimer (Else Lewertoff)
Kap.10  Chronologie Fritz Jacob Marcan
              Anmerkungen zu Teil 3


Abbildungen

Abb. 1    Else Thalheimer
Abb. 2    Shlomo Baruch Lewertoff
Abb. 3    Aus dem Katalog des Verlags von F. J. Marcan
Abb. 4    Inserat des Buches VON NEUER MUSIK
Abb. 5    VON NEUER MUSIK (Köln 1925). Äußeres des Buchs
Abb. 6    Inserat des Porzellangeschäftes von Jacob Marcan


Ausführlichere Informationen über einzelne Personen

               Busoni, Ferruccio (Briefwechsel 1924 mit Marcan-Verlag)
               Grues, Heinrich Franz
               Hindemith, Paul
               
Kruttge, Franz Erich Gerhard Eigel
               Lemacher, Heinrich, passim
               Lewertoff, Gad Menahem
               Leyendecker, Herbert Wilhelm Georg
               Schönberg, Arnold (Briefwechsel 1923–24 mit Marcan-Verlag)
               Wedig, Hans Josef


Dank

Bibliografischer Nachtrag April 2015

 

 

 

 

Kapitel 6
„Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr“ und „Jüdische Kunstgemeinschaft“


Über ihre Tätigkeit im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ sowie in der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ in Köln schreibt 1974 Else Lewertoff stichwortartig:

    „Nach Gründung des Jüdischen Kulturbundes bei Ausbruch der Nazizeit Berufung als geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Beauftragt mit dem Aufbau der Musikabteilung, Rhein-Ruhr. Maßgeblich beteiligt an der Gründung des Frankfurter Kulturbund-Orchesters unter Wilhelm Steinberg. Zwischendurch Leiterin künstlerischer Veranstaltungen im Rahmen der jüdischen Kunstgemeinschaft, Köln.“ [232]

Über den „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ informiert am ausführlichsten der kenntnisreiche Aufsatz Jüdische Kulturarbeit in Köln 1933–1941 von Elfie Pracht. [233] Hierbei werden sowohl Else Thalheimer wie Salo Lewertoff als Vorstandsmitglieder des Kulturbundes genannt. [234] Von Salo Lewertoff wurden auch einige Fotos in den Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ veröffentlicht. [235] Außer Thalheimers Anregung eines Aufsatzes von Joachim Stutschewsky über jüdische Musik, die sich in einer Veröffentlichung des jüdischen Kulturbunds niederschlug, ließ sich nur wenig über die eigentliche Arbeit Else Thalheimers und Salo B. Lewertoffs in dieser Einrichtung in Erfahrung bringen, zumal beide Ende 1935 emigrierten. [235a] Meine Quellen sind etwas besser hinsichtlich der ebenfalls in Köln eingerichteten „Jüdischen Kunstgemeinschaft“, auch wenn diese eine kleinere und eher lokale Einrichtung gewesen zu sein und weitaus weniger bekannt scheint als der in zahlreichen Großstädten Deutschlands vertretene „Jüdische Kulturbund“.

Zu dem mir Auffindbaren gehörte freilich ein Brief von Else Thalheimer, der auf Briefpapier des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ steht und heute im Internet zugänglich ist. [235b] Gerichtet ist das maschinenschriftliche und handsignierte Schreiben [235c] an den Komponisten und Rechtanwalt Dr. Max Kowalski (1882–1956) in Frankfurt am Main. [235d] Kowalski hatte sich am 3. März 1934 offenbar um eine Aufführung seiner Lieder im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ bemüht; Else Thalheimer antwortete ihm am 13. März 1934, bestätigte seine Zuschrift und versprach, dass seine Lieder „bei sich bietender Gelegenheit“ im Programm berücksichtigt würden. Sein Name sei seit langem ein „fester Begriff“, und sein Liedschaffen sei „in grossem Umfang bekannt“. Über eine Aufführung werde man ihn gerne verständigen. – Möglicherweise zerschlugen sich diese Pläne, Lieder von Kowalski in das Programm aufzunehmen, denn in der Durchsuchung des zuständigen Online-Katalogs wurde von Kowalski nur eine Aufführung in Berlin genannt. [235e]

Im Dezember 1934, also im Vorjahr von Else Thalheimers und Salo B. Lewertoffs Heirat und ihrer Emigration nach Palästina, wurde in den Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ eine Inszenierung angezeigt, an der beide an prominenter Stelle künstlerisch teilhatten. Es handelte sich hier um Paul Hindemiths musikalisches Bühnenspiel für Kinder Wir bauen eine Stadt (1930), das von der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ Kölns im „Chanukkah-Monat“ [236] veranstaltet wurde und am 19. und 20. Dezember 1934 stattfand. [237] Ort der Veranstaltung war der „Weiße Saal“ der „Bürgergesellschaft“ in Köln, Eingang Röhrergasse, nahe dem Appellhofplatz. [238] Das Inserat nannte Salo Lewertoff für Inszenierung und verbindende Texte, die choreographische Leitung hatte Grete Keller [239], die Leitung der Dekorationsgruppe Flora Jöhlinger[240] die der Sportgruppe Hilde Hirsch-Stern. Für die Begleitung der Tänze war Betty Marcus (Markus) verantwortlich, Berta Sander hatte die Kostüme entworfen; die musikalische Leitung oblag Kurt Heinemann. [241] Hinzu kamen über einhundert Kinder sowie ein Kinder-Orchester. Else Thalheimer hatte die Gesamt-Leitung der Veranstaltung. – Neben diesem Inserat hat sich auch ein Blatt über die Aufführung erhalten, vermutlich ein Programmblatt, aus dem ebenso wie aus der im nächsten Absatz genannten Besprechung hervorgeht, dass in dieser Veranstaltung das Orchester der „Jawne“ spielte. [242] Bei der Kölner „Jawne“ handelte es sich um das einzige jüdische Gymnasium im Rheinland; es bestand seit 1919 und wurde 1941 von den Nationalsozialisten aufgelöst. Viele Schüler sowie sein Direktor Erich Klibansky wurden 1942 nach Minsk deportiert und dort ermordet. [243] Die Aufführung war, so eine Rezension am 4. Januar 1935 in der C. V.-Zeitung [C. V. = Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens], auf Else Thalheimers Initiative zurückzuführen. Von Salo Lewertoff stammten „zusätzliche Gesangstexte, eine Anzahl Sprechszenen und eine verbindende Ansage“. [244] Derselben Besprechung war zu entnehmen, dass die „Jüdische Kunstgemeinschaft“ mit dieser Hindemith-Veranstaltung „erstmalig vor die große Öffentlichkeit“ trat.

Über diese Kunstgemeinschaft ließ sich freilich zunächst nur wenig in Erfahrung bringen, und die genannte Hindemith-Aufführung im Dezember 1934 stand anfangs völlig allein. Ein Inserat, in dem es aber nicht um eine Aufführung ging, informierte die Leser der Mitteilungen zunächst im Februar 1937: „Denken Sie beim Einkauf Ihrer Geschenke an die | Verkaufsstelle der Jüdischen Kunstgemeinschaft | am Domhof 2, I. Etage (Callmann) | Samstags geschlossen!“ [245]  Wer hier mit „Callmann“ gemeint ist, ist derselben Anzeigenseite zu entnehmen, wo es in einem Inserat rechts, direkt über der Anzeige der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ heißt: „Callmann | Damenmoden | Köln Domhof 2 Ruf 22 52 71“. Dabei kann nicht gesagt werden, ob das Geschäft der Kunstgemeinschaft über eigene Räumlichkeiten verfügte, die in das Bekleidungsgeschäft Callmann einbezogen waren oder nur in der ersten Etage jenes Hauses lagen, in dem das Bekleidungsgeschäft seinen Sitz hatte. – In der Juni-Ausgabe der Mitteilungen von 1937 erschien wiederum ein Inserat, das dem ersten inhaltlich vergleichbar ist: „Geschenke geschmackvoll  | und billig | finden Sie in der | JKU | Jüdische Kunstgemeinschaft Köln | Am Hof 23 / I [erstes Stockwerk]“ [246]. Beide leicht erreichbare Adressen („Domhof“ bzw. „Am Hof“) sind, unweit des Kölner Doms, im selben Häuserblock gelegen. Ein Aufsatz von Flora Jöhlinger („F. J.“) machte die Initiative in der Jüdischen Rundschau am 15. Juni 1937 bekannt. [247] Schließlich gab es am Nachmittag des 24. November 1937 eine „Schülervorführung der Musik- und Gymnastikgruppe“ im „Gemeindehaus“, deren Programmblatt überliefert ist. [248]

Else Lewertoff schrieb später über die Hindemith-Aufführung und die Bearbeitung des Textes:

    „Der Komponist, gegen den in jenen Tagen gerade die unrühmlichst bekannt gewordene Hetzcampagne einsetzte, gab nicht nur seine Einwilligung zu einer Umarbeitung des Textes, die S. B. Lewertoff, mein verstorbener Mann[,] vorgenommen hatte, und in der die Neue Stadt nach Palästina verlegt wurde, sondern schrieb für uns sogar eine Zwischenaktmusik, die es uns ermöglichte, die Oper auf zwei Akte auszudehnen. Diese Geste ist umso bewundernswerter[,] als Hindemith, der selber ein unanfechtbarer Arier war, sich durch sie ausserordentlich exponierte.“ [249]

Als ich versuchte, mehr über die Kölner „Jüdische Kunstgemeinschaft“ zu erfahren, wurde mir die Lektüre des Aufsatzes von Elfi Pracht empfohlen, der den Titel trägt Jüdische Kulturarbeit in Köln 1933–1941 und der mir in mehrerlei Hinsicht von Nutzen sein sollte. [250]  Aus ihm ging unter anderem hervor, dass es sich bei dieser Kunstgemeinschaft um einen Zusammenschluss der ehemals in der „GEDOK“ [251] seit 1927 vertretenen jüdischen Künstlerinnen gehandelt hatte; männliche Mitwirkende waren jedoch nunmehr zugelassen. Seit 1934 stand die Kunstgemeinschaft unter der Leitung von Else Falk als Erster Vorsitzenden. Neben „Dr. Else Thalheimer“ nennt Pracht noch als „Frauen an der Spitze der Kunstgemeinschaft“: Meta Lissauer, Alice Krieger-Isaac, Flora Jöhlinger sowie möglicherweise Dr. Margarete Brent und Cilly Marx. [252]

Zur Charakteristik der Arbeit bemerkt Pracht, dass sich die Kunstgemeinschaft „in erster Linie der Pflege des musikalischen Lebens“ widmete und „schwerpunktmäßig junge und noch nicht bekannte Künstler, die möglichst im Kölner Raum beheimatet sein sollten“, förderte. [253] Etwas später fasst Pracht zusammen: „Der Grund für die Effizienz der relativ kleinen Kunstgemeinschaft kann zum einen in der Existenz einer homogenen, wohlhabenden, äußerst enthusiastischen Trägerschaft und einer Mitgliedschaft und damit eines Publikums gefunden werden, die – im Vergleich zum Kulturbund – weniger Schwankungen ausgesetzt waren. Zudem war die Zielsetzung […] weniger ambitiös: dem Aspekt der sozialen Hilfeleistung wurde stets Vorrang eingeräumt […].“ [254]

Unter Verweis auf die Arbeit Prachts teilt Niemöller ferner mit: „Hier engagierte sich ein kleiner, vielfach wohlhabender Kreis für die soziale Hilfe von Künstlern, so auch 1934 in einem Hauskonzert in der Lindenthaler Villa des Medizinprofessors Kisch, bei dem seine Frau, die Altistin Ruth Kisch-Arndt von Alice Krieger-Isaac am Klavier begleitet wurde. Sie traten auch in den Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes auf.“ [255] Der hier genannte Medizinprofessor war vermutlich der jüdische Kardiologe und Ordinarius für Physiologie an der Kölner Universität Bruno Zacharias Kisch (1890–1966). [256] Von und über Ruth Kisch-Arndt (1898–1975) [257] sowie über Alice Krieger-Isaac finden sich mehrere Aufsätze und andere Informationen in den Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr.“ [258]  

Da dem Bühnenspiel Wir bauen eine Stadt die politische Kontroverse um Paul Hindemith unmittelbar vorausging, standen die Aufführung und Mitwirkung sowohl von Thalheimer als auch Lewertoff möglicherweise mit einem Artikel im Westdeutschen Beobachter in Verbindung, von dem Thalheimer 1974 spricht. [259] Ein Artikel dieser 1925 gegründeten antisemitischen Zeitung der NSDAP, der sich auf die letzte Veranstaltung der „Gesellschaft für neue Musik“ mit Arnold Schönberg bezieht, war zwar zu finden und wird hier vollständig zitiert (siehe oben), doch wird darin nur allgemein von den „Veranstaltern“ gesprochen, ohne deren Namen zu nennen. Somit wären noch die Ausgaben der Zeitung um den 19. Dezember 1934 (Hindemith-Aufführung) auf das Erscheinen eines solchen Artikels hin zu prüfen, sei es auch nur, um einen Bezug auf die genannte Veranstaltung ausschließen zu können.

 

Paul Hindemith

Eine Anmerkung zu Paul Hindemith (1895–1963) sei mir hier erlaubt. Auch wenn mir sicherlich nicht alle Quellen zu diesem Thema bekannt wurden, möchte ich doch behaupten, dass es sich um einen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen dem Komponisten und den Schwestern Thalheimer handelte, der in den zwanziger Jahren begann und sich bis zu dem Kapitel Frühe Erinnerungen an Paul Hindemith in Else Lewertoffs Erinnerungen erstreckte. Besondere Beachtung verdient ein Skizzenheft der Klaviermusik op. 37 (1925/26), das Hindemith den „Löwenthalheimers“ mit einer Widmung zu Weihnachten 1926 schenkte und dessen Original sich heute im Besitz von Gad Lewertoff in Tel Aviv befindet. [260] Der zweifellos scherzhaft gemeinte Ausdruck „Löwenthalheimers“ zieht die Nachnamen der beiden Schwestern Grete Löwenthal (geborene Thalheimer), und Else Thalheimer zu einem Wort zusammen. Später bezeugte Else Lewertoff über die Kölner „Gesellschaft für neue Musik“ und ihre Beziehung vor 1933 zu Paul Hindemith:

    „Jedoch unser meistaufgeführter Komponist war Paul Hindemith, der regelmässig jede Saison mit seinem Quartett oder als Bratschensolist erschien. Dies lag auch daran, dass ihn eine echte Freundschaft mit meiner Schwester und mir verband. Er wohnte gewöhnlich während seiner ganzen rheinischen Tournée in unserem Haus, später auch mit seiner Frau Gertrud.“ [261]

Die Berücksichtigung von Hindemiths Werken in den Konzerten der „Gesellschaft für neue Musik“ [262] in Köln ist ebenso beredt wie das vorstehende Zitat oder der große Aufsatz von Franz Willms und die Faksimiles Hindemithscher Autografen auf zwei ausfaltbaren Seiten in dem Buch VON NEUER MUSIK (1925). [263] Niemöller zitiert aus einem Brief Hindemiths an seine Frau Gertrud vom 22. Februar 1929; der Brief berichtet über einen gemeinsamen Spaziergang mit Gretel [sic] und Else Thalheimer sowie eine gemeinsame Diskussion am selben Abend mit Philipp Jarnach, Eduard Erdmann und anderen. [264]  (Sowohl Jarnach wie Erdmann unterrichteten damals an der Kölner Musikhochschule. [265]) Im Hinblick auf Thalheimers Bezug zur Phänomenologie ist auch zu sehen, dass der Philosoph Max Scheler (siehe oben) mit dem Pianisten Eduard Erdmann sehr befreundet war und dass beide mitunter „nächtelang diskutierte[n]“. [265a]

Hinzu kommen die genannte Aufführung des Bühnenspiels Wir bauen eine Stadt in der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ (Dezember 1934) sowie der Unterricht von Gad Lewertoff bei Howard Boatwright, einem Schüler des in Yale ansässig gewordenen Paul Hindemith. In den Erinnerungen Else Lewertoffs gibt es ein ausführliches Kapitel Frühe Erinnerungen an Paul Hindemith (S. 77–80), der unter dem Verfassernamen „Else Thalheimer-Lewertoff“ die Vorlage der oben genannten postumen gleichnamigen Publikation im Hindemith-Jahrbuch (1990) war. [266] Vom 26. Februar 1939 datiert ein Brief Hindemiths, an den eine Einladung nach Palästina von Else Lewertoff ergangen war. [267] – Da man nun dem Namen Paul Hindemiths vergleichsweise häufig in der Biografie Else Thalheimers (Else Lewertoffs) begegnet, scheinen mir genauere Untersuchungen zu dieser speziellen Thematik angebracht, wobei wohl auch das in Yale und Israel vorhandene Material einzubeziehen wäre. [268]

 

 

Kapitel 7
Auswanderung, Leben in Palästina, Israel und den USA

 

Emigration. Hubermans „Palestine Symphony Orchestra“ (1935–46)

Im dritten Jahr des Nationalsozialismus, 1935, reisten Else Thalheimer und Salo Lewertoff zunächst als Touristen nach Palästina, um dort die Möglichkeiten einer künftigen Existenz aus eigener Anschauung kennenzulernen. Nachdem sie zurück in der „Nazihölle“ Deutschlands waren, heirateten sie ohne große Feierlichkeiten, unternahmen eine achttägige Hochzeitsreise nach Belgien und emigrierten noch im selben Jahr nach Palästina. [269]

    „Wir […] packten dann unsere Sachen, soweit wir sie mitnehmen durften, und im Dezember 1935 waren wir, in der Ueberzeugung, dass wir keinen tieferen Abstieg mehr in unserer alten Heimat erleiden könnten, reif für die Alijah.“ [270]

Hinsichtlich ihrer Tätigkeit als Berichterstatterin und Kritikerin, die sie der Emigration wegen aufzugeben hatte und deren Fortsetzung aus Palästina sie ablehnte, hielt Else Lewertoff 1974 fest:

    „I had to give up a rich field of activities. On the other hand I must stress the fact that to the last day before my emigration to Palestine some Magazines asked me to provide them further with my contributions, what I declined.“ [271]

In der Hoffnung auf neue Arbeit suchten sie und ihr Mann unverzüglich den berühmten Geiger Bronisław Huberman(n) (1882–1947) auf, der in Tel Aviv mit der Gründung eines eigenen Orchesters, des „Palestine Symphony Orchestra“ (auch „Palestine Orchestra“ genannt), des späteren Israel Philharmonic Orchestra, befasst war. [272] Dieses Orchester bot zahlreichen hochqualifizierten jüdischen Instrumentalisten, die auf der Flucht vor dem Hitler-Regime waren, eine zwar sinnvolle, wenngleich kaum angemessen bezahlte Beschäftigung. Schnell verbreitete sich der Ruhm eines neuen Orchesters der Spitzenklasse, dessen Konzerte auch im Rundfunk auf internationaler Ebene ausgestrahlt werden sollten. [273] Bereits Anfang 1937 konnte die Gesellschaft des Orchesters der Presse mitteilen, dass sie „gegenwärtig 7000 zahlende Mitglieder“ habe, was „die höchste Mitgliederzahl aller musikalischen Gesellschaften der Welt“ sei. [274]

Über ihre damalige Arbeit, an die sich 1953 ein mehrjähriger Aufenthalt in den USA anschloss, schrieb Else Lewertoff in einigen Stichworten:

    „Seit 1935 in Palästina. Programm-Beraterin des Palestine Symphony Orchestra. Später Co-Director mit Harry Blumberg [275] des Tel Aviv Conservatoire of music und Gründerin von Pural Music schools in Raanana-Sharon. Musikkritikerin und ständige Mitarbeiterin führender Zeitungen in Israel. Mehrere Vortragsreisen durch Europa. Spezialthema: Die Erziehung des Kindes und die Musik.“ [276]

S. B. Lewertoff verfügte über herausragende organisatorische Fähigkeiten, die er vor allem in den zwanziger Jahren im Vorstand der „Gesellschaft für neue Musik“ in Köln und, soweit erkennbar, nach Hitlers „Machtergreifung“ im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ hatte unter Beweis stellen können. [277] Als er mit seiner Frau gemeinsam nach Palästina auswanderte, stand er mit Huberman bereits in Verbindung, denn er hatte ihm seine 1934 entstandene Schrift Jüdischer Kultur-Aufbau. Der Umriss eines Planes übersandt. [278] Huberman verfolgte ähnliche Ziele wie Lewertoff und zeigte sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer zweiten Besprechung, an einer Zusammenarbeit interessiert, so dass beide am 26. Dezember 1935 in Tel Aviv einen Vertrag schlossen. Lewertoff arbeitete fortan (bis 1946) als Generalsekretär, Secretary, Manager und Administrator des neuen Orchesters. [279]  Er suchte Geldgeber, entwarf ein eigenes Abonnenten-System, stimmte Probenpläne ab, war für die Säle wie die Unterbringung der reisenden Musiker zuständig, betreute Gäste, klärte Transportfragen, betrieb die Werbung, knüpfte Kontakte und sprach unter anderem mit Vertretern aus Politik, Presse und Rundfunk, um Entstehung und Anliegen des neuen Orchesters zu erklären. Else Thalheimer, die nun offiziell Lewertoff hieß, arbeitete als Programm-Beraterin und verfasste alsbald die Einführungen für die Programmhefte des Orchesters. [280]

Fällt mir auch die Abgrenzung der Kompetenzen von Huberman, Heinrich Simon, S. B. Lewertoff und Leo Kestenberg nicht immer leicht, so beleuchtet ein Brief von Leo Kestenberg die damaligen Verhältnisse näher. Leo Kestenberg war der wohl einflussreichste deutsche Musikpolitiker der Weimarer Republik („Kestenberg-Reform“), und seiner Entscheidung war es zu danken, dass Musiker wie Ferruccio Busoni, Paul Hindemith, Arnold Schönberg oder Artur Schnabel in Berlin Unterricht gaben (siehe auch Anm. [121]). Da Kestenberg jüdischer Abstammung war, musste er Deutschland nach 1933 verlassen und ging zunächst nach Prag, 1938 nach Tel Aviv, wo er Generalmanager des „Palestine Orchestra“ wurde. [281] In Kestenbergs Brief vom 1. Januar 1940 an den im argentinischen Exil lebenden Schauspieler und Regisseur P[aul] Walter Jacob (1905–1977) findet sich zunächst der Absender „The Palestine Orchestra | General Manager | Prof. Leo Kestenberg | Tel Aviv, P.O.B. 4047“. Dann schreibt Kestenberg unter anderem:

    „Die Organisation, die ich hier vorfand, entspricht den besten europäischen und amerikanischen Vorbildern. Es ist alles in einem verhältnismäßig großen Rahmen, und wenn erst die Umstände wieder normale Gestalt gewonnen haben, dann kann ich mir denken, dass dieser Apparat richtig und nötig ist. Sie werden sich einen Begriff machen, wenn ich Ihnen sage, dass neben mir noch ein Generalsekretär wirkt, den Sie vielleicht von Köln her kennen, Herr Lewertoff, der dort in der internationalen Musik-Gesellschaft Sekretär war und der sich hier auch als sehr gewandter und verständnisvoller Mitarbeiter bewährt; außerdem sind acht Bürokräfte tätig, die die allerdings sehr große in- und ausländische Korrespondenz und auch die vielen amtlichen und privaten Verhandlungen zu führen haben.“ [282]

Arturo Toscanini (1867–1957), den Huberman Anfang 1936 in New York besucht und für sein Vorhaben hatte gewinnen können, [283] kam nach Palästina und dirigierte am 26. Dezember 1936 das Eröffnungskonzert des „Palestine Symphony Orchestra“ in Tel Aviv sowie Anschlusskonzerte in den Großstädten Haifa und Jerusalem sowie der ägyptischen Hauptstadt Kairo. [284]  Diese Konzerte mit dem berühmten Dirigenten erregten großes Aufsehen und führten zahlreiche Prominenz herbei, so dass die Anfangs-Veranstaltung in Tel Aviv zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges wurde. [285]

Das Orchester war auf Toscanini von dem aus Köln stammenden Dirigenten Hans Wilhelm Steinberg vorbereitet worden, [286] mit dem Else Lewertoff seit ihrer Kindheit befreundet war und dessen Arbeit in Frankfurt am Main im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Main“ sie kannte und gefördert hatte. [287] Steinberg, einst Assistent Otto Klemperers in Köln, war von Huberman verpflichtet worden [288] und leitete das „Palestine Orchestra“ als häufiger Gastdirigent. Steinberg war auch von Toscanini nachdrücklich empfohlen worden und wurde von ihm 1938 als Stellvertretender Dirigent des „NBC Symphony Orchestra“ nach New York geholt.

Als es in den 1940er Jahren hauptsächlich wegen Fragen der Besoldung und Freizeit zu beträchtlichen Spannungen zwischen den Mitgliedern des „Palestine Symphony Orchestra“ und ihrer Administration kam, trat Leo Kestenberg zurück und wandte sich ab 1945 wieder musikpädagogischen Aufgaben zu. Da auch Lewertoff den Angriffen ausgesetzt war und er sich mit den gegen Huberman opponierenden Musikern nicht solidarisieren wollte, entschloss er sich, Kestenbergs Beispiel zu folgen und die ihm lieb gewordene Arbeit nur bis zum 30. September 1946 fortzuführen. [289] „Die Hetze gegen mich fing erst in dem Moment an, als ich es dem Orchestervorstand […] klar gemacht hatte, dass ich einen solchen Putsch ablehne“, berichtete Lewertoff in einem Brief vom 26. Dezember 1946 aus Stockholm an Huberman. [290] Über weitere Hintergründe schrieb Lewertoffs Frau in ihren Erinnerungen:

    „Was Töff am meisten schmerzte, war die Treulosigkeit der Gesellschaft, mit der sie seinen Namen geradezu aus den Annalen der Orchestergründung gestrichen hatte. Aber auch hierüber kam er später mit seinem guten Humor hinweg. Schliesslich liegen alle Tatsachen schwarz auf weiss vor durch zahlreiche Dokumente und Presseberichte und nicht zuletzt durch ein Büchlein, das ich nach dem fünfjährigen Bestehen dieser Organisation zu schreiben beauftragt worden war.“ [291]

In der April- und Juli-Ausgabe 1945 der in London publizierten The Musical Times ließen sich zwei Schreiben von „S. B. Lewertoff (Administrator)“ finden, die beide unter der Überschrift The Palestine Orchestra erschienen. [292] Inhaltlich hatten diese Briefe Lewertoffs aber nicht, wie ich zunächst annahm, Beziehung zu den geschilderten Kontroversen zwischen dem Orchester und seiner Leitung, sondern waren Antworten auf zuvor in derselben Zeitschrift veröffentlichte Leserpost, die das „Palestine Orchestra“ betrafen. Das erste Schreiben war die Stellungnahme zu einem Leserbrief von Mrs. Crawshaw in der Ausgabe der Musical Times vom Dezember 1944, und das zweite benannte Konzerte und Aufführungen mit dem aus Liverpool kommenden Gastdirigenten Louis Cohen (1893 oder 1894 bis 1956).

Huberman konnte infolge einer Erkrankung nicht selbst nach Tel Aviv kommen, um die entstandenen Streitigkeiten zwischen den Orchestermusikern und ihrer Verwaltung zu schlichten. Zudem war er 1937 bei einem Flugzeug-Unglück auf Sumatra an beiden Händen verletzt worden, was ihm eine Rückkehr in das Konzertleben nur mit Mühe gestattete. In den Erinnerungen von Else Lewertoff heißt es hierüber: „Für mich hatte sein Spiel etwas merkwürdig Didaktisches angenommen. Es fehlte die alte Spontanität, der undefinierbare Zauber. Jede Note war da und man konnte greifbar nichts aussetzen, aber das Ungreifbare war verschwunden.“ [293]  Doch Huberman erkrankte neuerlich und starb am 15. oder 16. Juni 1947 in Corsier-sur-Vevey in der Schweiz am Genfer See. [294] Einen Nachruf auf Huberman verfasste Else Lewertoff. [295]

Noch ins selbe Jahr fällt ein Artikel Lewertoff, Shlomo B. in dem 1947 erschienenen Nachschlagewerk Palestine personalia, das von Peretz Cornfeld in Tel Aviv herausgegeben wurde. Bei der am Ende des Artikels genannten Schrift Up-building of a Jewish National Culture dürfte es sich um eine Fassung von Lewertoffs Arbeit Jüdischer Kultur-Aufbau. Der Umriß eines Planes aus dem Jahre 1934 gehandelt haben. [295a] 

 

 

Europareise (1947–48)

Als Folge der geschilderten Ereignisse arbeitete S. B. Lewertoff in den sich anschließenden Jahren nicht mehr auf musikalisch-organisatorischem Gebiet, sondern für den Keren Kajemeth. Dieser 1901 von dem Zionisten Theodor Herzl in Basel gegründete „Jüdische Nationalfonds“ hatte S. B. Lewertoff aufgefordert, „für die Dauer von mehr als einem Jahr nach Europa zu fahren“. Nur zwei Monate nach dieser Verpflichtung erging jedoch an Else Lewertoff die Bitte, ihrem Mann nachzureisen und ebenfalls in Europa Vorträge zu halten. Auf diese Reise, die am 4. Dezember 1947 begann, nahm sie ihren inzwischen neunjährigen Sohn Gad mit, und unter anderem kamen die Lewertoffs nach Genf, Zürich, Amsterdam, Utrecht, Kopenhagen und Stockholm. In Paris besuchten sie Edith Auerbach (1899–1970), eine in Köln geborene Malerin und Jugendfreundin von Else Lewertoff. [295b] Die Weihnachtsferien verbrachte die Familie in Davos in der Schweiz, um sich von den fast täglich anfallenden Verpflichtungen und Ortswechseln zu erholen. Doch selbst in Davos bat man sie um Vorträge und die Teilnahme an Diskussionen. Das Thema „Israel“ besaß infolge der bevorstehenden Staatsgründung, die am 29. November 1947 von der UNO-Vollversammlung in New York beschlossen worden war, höchste Aktualität und Brisanz, und Auseinandersetzungen, die mehr und mehr kriegerische Züge annahmen, entbrannten sofort nach David Ben Gurions Verlesung der israelischen Unabhängigkeitserklärung (14. Mai 1948) zwischen Arabern und Israelis. [296]

Nachdem sie ihre Verfasserschaft der Programmeinführungen für das „Palestine Symphony Orchestra“ erwähnt hatte, weist Else Lewertoff in ihren Answers to the Questionnaire im März 1974 noch auf ihre folgenden Betätigungen hin: „Then I was in charge for the musical section of the now defunct weekly Magazine ,Hakidmah‘. In America I contributed many articles to the ,Jewish Ledger‘.“ [297] Da die in Tel Aviv erscheinende Zeitschrift Hakidmah erst um 1948 gegründet und 1961 eingestellt wurde, [298] bezieht sich Else Lewertoff vermutlich auf die Zeit, die sie noch in Israel vor dem ersten Aufenthalt in den USA verbrachte, also etwa auf die Jahre vor 1953, während ihre Arbeit für die heute noch bestehende Zeitschrift Jewish Ledger, wie Else Lewertoff sagt, „in Amerika“ und somit der darauffolgenden Zeit stattfand.

 

Amerika, erster Aufenthalt (1953–64)

1953 übersiedelten die Lewertoffs nach New Haven im Staate Connecticut an der Ostküste der USA und kehrten erst 1964, etwa elf Jahre später, nach Israel zurück, obgleich der Aufenthalt in Amerika ursprünglich nur für zwei Jahre geplant war. [299] Über diese Zeit berichtet das Kapitel Langer Aufenthalt in Amerika der Erinnerungen[300] Else Lewertoffs Mutter (Sophie Thalheimer), deren Herzleiden sich seit Beginn der fünfziger Jahre verschlimmert hatte, war kurz vor der Abreise verstorben, und so konnte ihr Wunsch nicht mehr in Erfüllung gehen, die in den USA lebende Tochter Grete wiederzusehen. Marvin Mogil, der Ehemann von Grete Loewenthals Tochter Trudelie, überließ den Lewertoffs „ein vollständig eingerichtetes Häuschen, das seiner verstorbenen Mutter gehört hatte“ (siehe die Erinnerungen, S. 152).

Begünstigt wurde die Reise dadurch, dass der „Jüdische Nationalfonds“ seinerzeit einen längeren Aufenthalt von Shlomo B. Lewertoff in den USA erwogen hatte. Dieser Aufenthalt wurde dann aber verschoben, und Jules Löwenthal, der Ehemann von Grete, versuchte, S. B. Lewertoff als „Junior Partner“ in seinen erfolgreichen Garn-Betrieb einzubeziehen. „Jules hoffte immer, uns alle auf diese Weise in Amerika festhalten zu können.“ (Erinnerungen, S. 152 f.) Doch der Plan scheiterte: „Mein Mann, der in den letzten Jahren sich stets mit sozialen Aufgaben befasst hatte, fand sich, gegen unser Erwarten, irgendwie nicht mehr als Kaufmann zurecht. Und so kam es zu einer gütlichen Trennung.“ (ebd., S. 153) Parallel zu ihren sonstigen Tätigkeiten unterrichteten beide Lewertoffs an jüdischen Sonntagsschulen, was Else Lewertoff mit den Worten kommentierte: „Hebräisch zu lehren ist eine Pflicht, an der, wie mir die Erfahrung bewiesen hat, kein in Amerika weilender Israeli vorbeikommt. Bei der Knappheit der Lehrkräfte musste auch ich häufig einspringen.“ (ebd., S. 153 f.).

In New Haven, wo die berühmte „Yale University“ mit der ihr angegliederten „Yale School of Music“ ihren Sitz hat, erhielt Gad Lewertoff Unterricht bei dem Komponisten und Violinisten Howard Boatwright (1918–1999), einem Schüler Paul Hindemiths. Hindemith hatte nach seiner Emigration (1938) von 1940 bis 1953 in Amerika gelebt, in New Haven gewohnt und in Yale unterrichtet, und war in dieser Zeit auch amerikanischer Staatsbürger geworden. Gad Lewertoff schrieb mir über seine ersten Jahre in den USA:

    „Meine Mutter unterrichtete dort Klavier, hielt oft Vorträge über das Musikleben in Israel, und schrieb Artikel für einige Zeitungen in Israel, wie auch für die lokale Presse in New Haven. Mein Vater arbeitete für den Jüdischen Nationalfonds in New York.

    Mein erster Geigenlehrer in New Haven war Howard Boatwright, ehemaliger Schüler von Paul Hindemith, Professor für Musiktheorie und Komposition an der Universität Yale, sowie auch der Konzertmeister des New Haven Symphonie Orchesters. Mit der Zeit, entstand eine sehr enge und echte Freundschaft zwischen beiden Familien.

    Ich habe in den Jahren 1956 bis 1962 an der Universität Yale studiert, sowohl Literatur, wie auch Musik. Ich habe 1962 die USA verlassen, und habe einige Jahre in Genf gelebt. 1966 bin ich wieder nach Israel zurückgewandert. Meine Eltern sind 1964 nach Israel zurückgegangen. Nach dem Tod meines Vaters (1965) ging meine Mutter wieder nach New Haven zurück, wo auch ihre Schwester, Margarete Löwenthal, lebte. 1971 ist meine Mutter endgültig nach Israel zurückgekehrt.“ [301]

 

Ein letzter Besuch in Köln (1963)

Über ihren letzten Besuch in Köln im Jahre 1963 hielten Else Lewertoffs Erinnerungen im Kapitel Immer wieder hin und zurück fest:

    „Wie immer bei unseren Israelreisen machten wir einen längeren Aufenthalt in Europa. Bei solchen Gelegenheiten trafen wir uns stets mit alten Freunden. Wir liebten es, Einkäufe zu machen und die vielen uns bekannten Sehenswürdigkeiten erneut auf uns wirken zu lassen. Das letzte Mal, 1963, waren wir von der Stadt Köln eingeladen worden, um an den zahlreichen Festlichkeiten teilzunehmen, die in Verbindung mit der grossartigen Ausstellung MONUMENTA JUDAICA arrangiert worden waren.“ [302]

In zeitlicher Nähe zum Beginn der Ausstellung Monumenta Judaica, die laut ihrem Plakat vom 15. Oktober 1963 bis zum 15. Februar 1964 dauern sollte, zeichnete der Westdeutsche Rundfunk in Köln, vermutlich im November 1963, ein Vierer-Gespräch auf Tonband auf, das den Titel trug Die Gesellschaft für Neue Musik in Köln 1921–1933. Dieses Kolloquium sollte „unsere Tätigkeit für das Kölner Musikleben innerhalb der zwanziger Jahre schildern“. [303] Die Teilnehmer an dem Gespräch waren Prof. Heinrich Lemacher, Dr. Else Thalheimer-Lewertoff, Schmolo [recte: Shlomo] Lewertoff und Dr. Eigel Kruttge. Die Ausstrahlung der Aufzeichnung (Dauer: 26 Minuten und 20 Sekunden) fand im Zweiten Hörfunk-Programm des Westdeutschen Rundfunks am Montag, dem 20. Januar 1964 von 22.40 Uhr bis 23.30 Uhr statt. Im Anschluss an die Sendung des Gesprächs erklang eine Aufnahme von Schönbergs Kammersymphonie op. 9, die von Mitgliedern des Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchesters unter Leitung von Hans Rosbaud gespielt wurde. [304] Der Tonträger des Gesprächs scheint zwar im WDR Köln erhalten zu sein, verschwand jedoch „spurlos“ im Rahmen meines am 26. April 2010 erteilten Auftrags, eine digitale Kopie des Tonbandes zur wissenschaftlichen Auswertung zu erhalten. Weitere und zum Teil aufwändige Recherchen, welche von der Intendanz des WDR eingeleitet wurden und zur Wiederauffindung des Tonbandes führen sollten, endeten ergebnislos. Somit hat das Dokument seit Anfang Mai 2010 als verschollen zu gelten. [305]

Auf derselben Fahrt von den USA über Europa nach Israel verweilten die Lewertoffs einige Wochen in der Schweiz, um der Hochzeit ihres Sohnes Gad beizuwohnen und um nach den Anstrengungen der Reise neue Kräfte zu sammeln. [306]

Ergänzend zu der WDR-Aufzeichnung schrieb mir Gad Lewertoff im Oktober 2009:

    „Nach dem Krieg, wurde der Kontakt mit Dr. Eigel Kruttge wieder erneuert. 1963 wurde ich vom WDR eingeladen, ein Rezital in der Serie, ,Das Podium‘ zu geben. Bei dieser Gelegenheit habe ich natürlich auch Dr. Kruttge kennengelernt. Von Heinrich Grues hatte mir meine Mutter auch erzählt. Leider kann ich mich nicht mehr an vieles davon erinnern. 1963 wurden meine Eltern von der Stadt Köln zur Eröffnung der ,Monumenta Judaica‘ eingeladen. Bei dieser Gelegenheit bin ich auch nach Köln gekommen, wo ich auch, unter anderen, Dr. Heinrich Lemacher kennengelernt habe.“ [307]

 

Rückkehr nach Israel (1964–65)

In Israel „endlich ein beschauliches Leben“ zu führen, [308] wie es sich die Lewertoffs noch von den USA aus gewünscht hatten, war ihnen freilich versagt. Zwar hatten sie vor ihrem Wechsel in die USA „als Zeichen unserer bestimmten Rückkehr“ 1953 begonnen, ein Haus in Raanana bei Tel Aviv zu bauen, doch die Schwierigkeiten, es nun fertigzustellen, erwiesen sich nach der vieljährigen Unterbrechung als zu groß. [309] Trotz des finanziellen Verlustes gab man den Plan schließlich auf und beglich, was man dem Architekten vertraglich noch schuldete.

Kurz vor Beginn der Suche nach einer geeigneten Wohnung in Tel Aviv erlitt Shlomo Lewertoff bei der Erledigung dringender Formalitäten am 2. Februar 1965 einen Herzanfall und verstarb unerwartet. Gad Lewertoff, der damals in Lausanne lebte, reiste sofort nach Israel und bot seiner Mutter in der Folge an, nun zu ihm und seiner Familie in die Schweiz zu kommen. Doch zugleich erging von Grete Lowe eine Einladung an ihre Schwester Else, wieder nach New Haven in die USA zu ziehen, wo ihr die Verhältnisse bereits vertraut waren. Else Lewertoff empfand damals eher Amerika als ihre „zweite Heimat“, und so entschied sie sich zu einer „Fortsetzung des schon altgewohnten Spiels von Hin und Zurück“. [310]

 

Amerika, zweiter Aufenthalt (1965–71)

Zurück in Amerika konnte sich Else Lewertoff von den Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit zumindest teilweise erholen:

    „Allmählich erwachte auch wieder mein Selbständigkeitstrieb, und mit Gretes Hilfe gelang es mir, ein wunderschönes Häuschen zu mieten, in Hamden, einem Vorort von New Haven. Es lag, von Wald umgeben, an einem See und gehörte zu einem Condominium. Und in nächster Nähe befand sich ein grosser Swimming pool und diente als Treffpunkt für die Sportliebenden.“ [311]

Parallel zum Unterricht einiger weniger Klavierschüler begann Else Lewertoff hier in Amerika, vermutlich im Laufe des Jahres 1968, ihre Erinnerungen niederzuschreiben, die sie ursprünglich gemeinsam mit ihrem Ehemann hatte verfassen wollen. [312] Jährlich flog sie nach Israel, um vor allem ihren Sohn und dessen Familie zu besuchen, die hier seit 1966 lebten. [313] Mit der Zeit erkannte sie aber, dass ihr eigentlicher Platz doch nicht Amerika, sondern Israel sei. Und wieder gab es einen „grossen Umzug“, doch wusste Else Lewertoff, dass es diesmal „der letzte“ sein werde. [314] Mitte März 1971 bezog sie ihre neue Wohnung in Tel Aviv. [315]

 

Letzte Jahre in Israel (1971–87)

Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Israelis im Oktober 1973 fügte Else Lewertoff noch ein Kriegstagebuch 1973 in ihren Erinnerungen als eigenes Kapitel an, das den Jom-Kippur-Krieg („Oktober-Krieg“ oder von arabischer Seite „Ramadan-Krieg“ genannt) zum Gegenstand hatte (S. 187–206). Dieses Tagebuch reichte vom 6. Oktober 1973 bis zu einem Nachwort am 29. Oktober 1973. Da ihr Sohn Gad damals als Soldat eingezogen worden war, beunruhigte der Verlauf des Krieges Else Lewertoff sehr, und es verwundert nicht, dass die Sorge über das Schicksal ihres einzigen Kindes hier breiteren Raum einnimmt. Der Zwiespalt zwischen privatem und staatlichem Interesse, zwischen Glück und Unglück des Einzelnen und dem der Allgemeinheit, wird am Ende des Tagebuchs noch einmal in den Worten von „Erschütterung“ und „Stolz“ angesprochen.

Die Erinnerungen schließen mit einem Epilog, der weniger aus geschichtlichen Ereignissen im Leben Else Lewertoffs besteht als aus persönlichen und zusammenfassenden Anschauungen, Betrachtungen und Erfahrungen. Noch im Besitz ihrer physischen und psychischen Kräfte, doch klar erkennend: „It is later than you think!“, ist das Ende des Textes von dem Wunsch erfüllt, „einmal Begonnenes auch zu vollenden“ (S. 207). Auf die für ihren Text gewählte Sprache, auf das eigene Lebensalter, auf die Musik und ihre Beziehung zu Raum und Zeit wird dabei ebenso eingegangen wie auf die Eltern, die Familie des Sohns oder die drei Enkel. Unabhängig von jeder Chronologie kommt fern Zurückliegendes zur Sprache: die Kindertage, der Ehemann, ein Traum.

Da Else Lewertoff, wie sie auf S. 207 schreibt, ihre Erinnerungen nach ihrem achtzigsten Geburtstag (4. November 1978) beendete, steht hier nichts mehr über die letzten Lebensjahre der Verfasserin. Doch da sie zugleich im Epilog vom „Jom-Kippur-Krieg“ (Oktober 1973) als einem „6 Jahre“ zuvor stattgefundenen Ereignis spricht, darf man davon ausgehen, dass der Text in den letzten Monaten des Jahres 1979 fertiggestellt wurde. Die Erinnerungen wurden somit etwa 1968 in den USA begonnen und nach einer mehrjährigen Unterbrechung 1979 in Israel beendet.

Else Lewertoff, geboren mit dem Familiennamen Thalheimer am 4. November 1898 in Köln, starb am 27. Mai 1987 in Tel Aviv im Alter von achtundachtzig Jahren.

 

 

 

 

Kapitel 8
Else Thalheimers Publikationen (unvollständige Auswahl)

 

1922/1924

Johanna Kinkel als Musikerin, Bonn, Phil. Diss. vom 1. März 1924; vgl. dazu das Jahrbuch der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 2. Jg., 1. Halbband, Winterhalbjahr 1923/24; hier S. 62–64 die Inhaltsangabe und kurze Beschreibung von Thalheimers Dissertation. Das Vorwort der Dissertation ist mit „Oktober 1922“ datiert; vgl. hierzu Anm. [61].


1925

VON NEUER MUSIK. BEITRÄGE ZUR ERKENNTNIS DER NEUZEITLICHEN TONKUNST, hg. von H[einrich] Grues, E[igel] Kruttge und E[lse] Thalheimer, Köln am Rhein: F[ritz] J[acob] Marcan-Verlag, 1925, [VIII] + 320 Seiten, 190 × 245 mm, Hochformat, Hardcoverausgabe, Fadenbindung, Halbleinen, Auflage: 1000 Exemplare. Einbandentwurf: Professor Walther [Walter] Tiemann, Leipzig – Hierzu Kapitel 4, Katalogtext des Marcan-Verlags in Abb. 3, Inserat: Abb. 4, Buch-Äußeres: Abb. 5.

Titelseite, S. [I] — Rückseite, S. [II], Namen der Herausgeber, Copyright, Druck: Bibliographisches Institut Leipzig — Vorwort der Herausgeber, S. [III]; S. [IV]: leer — Inhalt, S. [V]; S. [VI]: leer — [Geleitwort:] Ferruccio Busoni, An die Jugend, S. [VII]; S. [VIII]: leer — 1.) Adolf Weißmann, Tradition und Entwicklung, S. 1–4 — 2.) Ernst Bloch, Über das mathematische und dialektische Wesen in der Musik, S. 5–16 — 3.) Hugo Leichtentritt, Über die Dauerwerte der musikalischen Kunst, S. 17–30 — 4.) Arnold Schönberg, Musik, S. 31–34 — 5.) Egon Wellesz, Das Problem der Form, S. 35–38 — 6.) Ernst Křenek, Zum Problem der Oper, S. 39–43 — 7.) Ewald Dülberg, Musik und Szene, S. 44–52 — 8.) Alois Hába, Grundlagen der Tondifferenzierung und der neuen Stilmöglichkeiten in der Musik, S. 53–58 — 9.) Erwin Stein, Neue Formprinzipien, S. 59–77 — 10.) Franz Willms, Paul Hindemith. Ein Versuch, S. 78–123 — 11.) Boris de Schloezer, Igor Strawinsky, S. 124–140 — 12.) Boris de Schloezer, Gegenwartsströmungen der russischen Musik, S. 141–153 — 13.) Charles Koechlin, Erik Satie, S. 154–167 — 14.) Paul Collaer, Die junge Musik in Frankreich, S. 168–177 — 15.) Guido M. Gatti, Ildebrando Pizzetti, S. 178–217 — 16.) Paul Collaer, Die Renaissance des Balletts in Frankreich, S. 218–221 — 17.) Otto Vrieslander, Carl Philipp Emanuel Bach als Theoretiker, S. 222–279 — 18.) Wilhelm Altmann, Versuch einer Bibliographie über Neue Musik, S. 280–317 mit den Abschnitten Ferruccio Busoni †, S. 280–293; Paul Hindemith, S. 293–296; Ernst Křenek, S. 296–298; Ildebrando Pizzetti, S. 299–301; Arnold Schönberg, S. 302–307; Franz Schreker, S. 307–311; Igor Strawinsky, S. 311–314 und Egon Wellesz, S. 314–317 — Register der Personennamen, S. 318–320.

Fünf ganzseitige und in die Seitenzählung nicht einbezogene Abbildungen (alle Rückseiten leer) illustrieren und gliedern den Text: drei Fotos auf Kunstdruckpapier und zwei Strichzeichnungen auf Normalpapier des Buchblocks. Im Einzelnen: — 1.) zwischen S. [II] u. [III]: als Frontispiz Ferruccio Busoni („Phot. Poeschhacker, Berlin“; vgl. Anm. [199]) mit faksimilierter Unterschrift von Busoni — 2.) zwischen S. 32 u. 33: Arnold Schönberg (Phot. Schlosser & Wenisch, Prag) — 3.) zwischen S. 48 u. 49: Fidelio, 2. Akt, Inszenierung von Ewald Dülberg, Wiesbaden, Staatstheater (Phot. C. Kipp, Wiesbaden) — 4.) zwischen S. 128 u. 129: Igor Strawinsky, nach einer Zeichnung von Pablo Picasso5.) zwischen S. 156 u. 157: Erik Satie, nach einer Zeichnung von Pablo Picasso.

Weiterhin sind zwei Faksimiles von Komponistenhandschriften (3 Bl.) auf Papier des Buchblocks gedruckt, ausklappbar und ebenfalls unpaginiert:  1.) zwischen S. 40/41: Ernst Křenek, Fünfter Satz aus dem 4. Streichquartett, Op. 24 (1 Bl.), Vorder- u. Rückseite bedruckt).  2.) zwischen S. 112/113: Paul Hindemith, Kleiner Marsch, 3. Satz aus dem Streichquartett op. 32 (2 Bl., 4 S.; Rückseite des zweiten Bl. leer).


1926

[Rezension von Ludwig Schiedermair, Der junge Beethoven, Leipzig: Quelle & Meyer, 1925], in: Musikblätter des Anbruch, 8. Jg., Heft 2, Wien, Februar 1926, S. 84

Köln. Petyrek-Abend, in: Musikblätter des Anbruch, 8. Jg., Heft 2, Wien, Februar 1926, S. 73–74 [zu einem Klavier- und Tanzabend mit Felix und Gusti Petyrek]


1927

Pionierarbeit in Köln, in: Musikblätter des Anbruch, 9. Jg., Heft 5–6 (Themenheft: „Musik am Rhein“), Wien, Mai–Juni 1927, S. 239–240 [Aufbau und Programme der Kölner „Gesellschaft für neue Musik“ in den ersten Jahren nach ihrer Gründung]


1929

Zur Uraufführung des Klavierkonzerts von Eduard Erdmann in Köln, in: Musikblätter des Anbruch, 11. Jg., Heft 2, Wien, Februar 1929, S. 93


1930

Was bedeutet uns Musik, und was hören wir gern? (Teil IV) [Überschrift der Beantwortung einer Umfrage], in: DIE SENDUNG. Rundfunkwoche, 7. Jg., Nr. 38, Berlin: Verlag Hermann Reckendorf, 19. September 1930, S. 611 mit Porträtfoto: „Dr. Else Thalheimer, Vorsitzende der Ortsgruppe Köln der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik“. In diesem Teil des Beitrags wurden Stellungnahmen von Edgar Rabsch (Studienrat für Musik in Plön [mit Porträtfoto]), Dr. Else Thalheimer und Artur Holde (Musikkritiker des „Frankfurter Generalanzeigers“) abgedruckt. Eine Fußnote weist auf die zuvor erschienenen Teile der Umfrage hin. Vgl. Anm. [96].


1935

Rezension von Alfred Einsteins „Geschichte der Musik“, Leiden: A. W. Sijthoff, 1935, in: Der Morgen, 11. Jg., Nr. 2, Berlin, Mai 1935, S. 89 Online-Ausgabe unter http://www.compactmemory.de/

Else Lewertoff-Thalheimer, Wir reisen mit Huberman durch Palästina, Dezember 1935 (zitiert bei Barbara von der Lühe, siehe Anm. [64])


ca. 1936–1942

Programmeinführungen zu den Konzerten des „Palestine Orchestra“, Tel Aviv


1942/1943

Elsa Thalheimer [sic], Five years of the Palestine Orchestra, Tel Aviv, o. J. [1942], 45 S. (Inlaid sheet dated April 1943); verfasst wurde die Schrift offenbar 1941; vgl. Anm. [291]


nach dem 15. oder 16. Juni 1947

Nachruf auf den Violinspieler Bronislaw Huberman „in einer der israelischen Zeitschriften“; Einzelheiten in Anm [294] und [295]


ca. 1948–1953

Beiträge für die Zeitschrift Hakidmah (Tel Aviv), zuständig für die „musical section“; vgl. Anm. [298]


ca. 1953–1964

Beiträge für die Zeitschrift Jewish Ledger (West Hartford, Connecticut, USA); vgl. Anm. [298]


1954

Else Lewertoff, Möglichkeiten und Gefahren des Fernsehens. Die Probleme in USA, in: Neue Zeitschrift für Musik, 115. Jg., Mainz 1954, S. 741–744


ca. 1964–1983 (ohne Datierung)

Else Lewertoff, Arthur Rubinstein in Israel, vermutlich Zeitungsausschnitt, 4 Spalten unter der Rubrik KUNST UND MUSIK. Andere bibliografische Details sind nicht vorhanden, doch wurde der Aufsatz vermutlich zwischen 1964 (Rückkehr Else Lewertoffs aus den USA nach Israel) und 1982 (Tod Rubinsteins) geschrieben und veröffentlicht, wobei die Verfasserin Rubinstein natürlich auch bei einem Besuch in Israel gehört haben könnte. Da der von der „Fundación Albéniz“ veröffentlichte Artikel auf Deutsch verfasst ist, ist ein Erscheinen in Israel oder den USA unwahrscheinlich. Else Lewertoff zitiert hier übrigens einen längeren Passus von Thomas Mann über Rubinstein aus dem Buch Die Entstehung des Doktor Faustus. (Online-Datei)


ca. 1968–1979

Else Lewertoff,
Erinnerungen, unveröffentlichtes Typoskript, 218 Seiten. Einzelheiten in Anm. [2]; zur Datierung (siehe oben).


1990 (postum erschienen)

Else Lewertoff-Thalheimer, Frühe Erinnerungen an Paul Hindemith, in: Hindemith-Jahrbuch, 19. Jg., Mainz: Schott, 1990, S. 100–110. Der Text dieses Abdrucks entspricht zwar im Wesentlichen dem achten Kapitel der Erinnerungen Else Lewertoffs, enthält jedoch zahlreiche kleinere oder größere Unterschiede zu dem mir vorliegenden Typoskript (vgl. den letzten Absatz von Anm. [2]).

 

 

 

Kapitel 9
Chronologie Else Thalheimer (Else Lewertoff)

Zentrierte blaue Überschriften bezeichnen die Wohnorte
 

 

–—————————   1898–1935: Köln, Deutschland   —————————


(1897)

21. September: Köln. Geburt von Margaretha Isabella Thalheimer (des einzigen Geschwisters von Else Thalheimer, später verheiratete Löwenthal)


1898


4. November: Köln. Else Thalheimer geboren; Vater: der Kaufmann Jacob (Jakob) Thalheimer (ca. 1864–1943); Mutter: Sofie [Sophie] Thalheimer, geb. Guttmann (1874–1953); Familie wohnhaft in Köln, Triererstr. 16


1901


22. September: Höxter (Westfalen). Salo(mon) [Shlomo] Bernhard [Baruch] Lewertoff als Sohn eines Kaufmanns geboren (späterer Ehemann)


1918

Köln. Abitur an humanistischem Gymnasium, vermutlich an dem Kölner Mädchengymnasium (Lyzeum) von Mathilde von Mevissen


1919


Sommersemester: Bonn. Beginn des Universitätsstudiums (bis einschließlich Wintersemester 1919/20)

Köln. Vermutlich parallel: Studium am Konservatorium bei Hermann Abendroth und Lazzaro Uzielli (Klavier, Theorie, Partiturspiel, Instrumentation)


1920


30. April – 26. Juli (Sommersemester): München. Fortsetzung des Studiums an der Ludwig-Maximilians-Universität


ab 1920/21

Wintersemester 1920/21: Bonn. Fortsetzung des Studiums (Musikwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte) bis zur Promotion am 1. März 1924


1922


Oktober: Bonn. Datierung des Vorworts von Else Thalheimers Dissertation (Doktorvater: Prof. Dr. Ludwig Schiedermair)

29. November: Bonn. Mündliche Prüfung zur Erlangung des „Dr. phil.“


1924


1. März: Bonn. Promotion bei Ludwig Schiedermair mit der schriftlichen Arbeit Johanna Kinkel als Musikerin

seit 1924/1925 bis ca. Februar 1933: Köln, Vorsitzende der 1921 gegründeten „Gesellschaft für neue Musik“ (Nachfolgerin von Heinrich Lemacher)


1925


Januar: Köln. Das Buch VON NEUER MUSIK erscheint im F. J. Marcan-Verlag Herausgeber sind Heinrich Grues, Eigel Kruttge und Else Thalheimer

13. Juni: Köln. Brief an Alois Hába (Empfang von Lotte Kallenbach-Grellers Privatdruck)

September: Venedig. Bekanntschaft mit Arnold Schönberg beim IGNM-Fest (Drittes Internationales Kammermusikfest, 3. bis 8. September 1925)


1926


Februar: Wien. Veröffentlichung der Rezension von L. Schiedermair, Der junge Beethoven

Februar: Wien. Veröffentlichung des Aufsatzes Köln. Petyrek-Abend


1927

um 1927: London. Ständige westdeutsche Korrespondentin des Musical Courier

Mai/Juni: Wien. Veröffentlichung des Aufsatzes Pionierarbeit in Köln


1929

Februar: Wien. Veröffentlichung des Aufsatzes Zur Uraufführung des Klavierkonzerts von Eduard Erdmann in Köln

22. Februar: Köln. Brief Paul Hindemiths an seine Frau Gertrud u. a. Erwähnung eines Spaziergangs mit Grete und Else Thalheimer


1930

19. September: Berlin. Veröffentlichung von Teil IV der Umfrage Was bedeutet uns Musik, und was hören wir gern? (Stellungnahme u. Foto)


1932

ca. 1932: Entstehung des Fotos von Else Thalheimer, Fotograf: S. B. Lewertoff (siehe Abb. 1)

19. Juni: Wien. Postkarte an Eduard Erdmann nach Konzert beim 10. Musikfest der IGNM (neben anderen Unterzeichneten)


1933

8. Januar: Berlin. Brief von Arnold Schönberg an Else Thalheimer (Vortrag in Köln)

nach Januar: Köln. Nach Gründung des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ hier geschäftsführendes Vorstandsmitglied; beauftragt mit dem Aufbau einer Musikabteilung

10. Februar: Köln. Letzte Veranstaltung der „Gesellschaft für neue Musik“, Arnold Schönberg als Gast mit dem Vortrag Stil und Gedanke

6. November: Brief von Else Thalheimer an Joachim Stutschewsky

13. November: Brief von Joachim Stutschewsky an Else Thalheimer

25. November: Brief von Else Thalheimer an Joachim Stutschewsky


1934

1934: Schrift von S. B. Lewertoff Jüdischer Kultur-Aufbau, den er vermutlich aus Köln an B. Huberman schickte

13. März: Brief von Else Thalheimer an Dr. Max Kowalski auf Briefpapier des „Jüdischen Kulturbunds Rhein-Ruhr“

16. April: Brief von Else Thalheimer an Joachim Stutschewsky

23. April: Brief von Joachim Stutschewsky an Else Thalheimer

19. und 20. Dezember: Köln. Gesamt-Leitung von Hindemiths Wir bauen eine Stadt mit ergänzenden Texten von S. B. Lewertoff zwei Veranstaltungen der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“


1935

4. Januar: Berlin. Besprechung der Hindemith-Aufführung in der C. V. Zeitung

Mai: Rezension von Alfred Einsteins Geschichte der Musik

zweites Halbjahr: Eheschließung mit Salo B. Lewertoff in Köln, anschließend kurze Hochzeitsreise nach Belgien



—————–   1935–1953: Tel Aviv, Palästina (ab 1948 Staat Israel)   ————


spätestens Dezember 1935: Emigration nach Palästina zusammen mit ihrem Mann; zuvor gemeinsamer Touristenbesuch in Palästina zur Prüfung der Verhältnisse

Dezember: Aufsatz über Hubermans Orchester

26. Dezember: Tel Aviv. Vertrag zwischen S. B. Lewertoff und B. Huberman


1936

1936: Tel Aviv. Mitarbeit am Aufbau des „Palestine Symphony Orchestra“ (PSO)

ca. 1936–1942: Tel Aviv. Werkeinführungen in den Programmheften des PSO

4. Januar: Tel Aviv. Ein Rundschreiben (in Erinnerungen)

26. Dezember: Tel Aviv. Eröffnungskonzert des PSO, Einstudierung: Hans Wilhelm Steinberg (vormals Köln), Leitung: Arturo Toscanini


1938

1938: Tel Aviv. Geburt des Sohnes Gad Menahem Lewertoff


1942/1943

Tel Aviv. Buchveröffentlichung Five years of the Palestine Orchestra


1943

Raanana. Tod des Vaters (Jacob Thalheimer)


1946

18. Januar: New York. Todesanzeige von Jacob Thalheimer in Aufbau (New York)

30. September: Tel Aviv. S. B. Lewertoff beendet seine Arbeit für das PSO


1947

nach 15. oder 16. Juni: Israel. Veröffentlichung eines Nachrufs auf B. Huberman

4. Dezember: Europa. Beginn einer Vortragsreise mit Ehemann und Sohn


1948

Amsterdam. Besuch von Fritz Marcan während der Vortragsreise


1953

Widmung eines Exemplares des Druckes Five years of the Palestine Orchestra an Heinrich Lemacher

Dezember: Raanana. Tod der Mutter Sophie Thalheimer



———–   Dezember 1953–1964: New Haven, Connecticut, USA   —————


1953 (bis 1964): New Haven. Aufenthalt der Familie in den USA


1963

Oktober: Köln. Auf Reise von USA nach Israel hier Aufenthalt; Besuch der Eröffnung der Ausstellung „Monumenta Judaica“ auf Einladung der Stadt Köln

vermutlich November: Kolloquium im WDR Köln: Gespräch zwischen Else Lewertoff, Shlomo Lewertoff, Heinrich Lemacher und Eigel Kruttge über die „Gesellschaft für neue Musik“ (1921–1933) Sendung am 20. Januar 1964 im WDR-Hörfunk (Tonaufnahme verschollen)



——————————   1964 bis nach 1965: Israel   ——————————


1964

1964: Rückkehr von Else und Shlomo Lewertoff nach Israel


1965

2. Februar: Tel Aviv. S. B. Lewertoff stirbt im Alter von 63 Jahren



–––––––––   1965–1971: Hamden bei New Haven, Connecticut, USA   –––––––


1968

ca. 1968: Else Lewertoff beginnt mit der Niederschrift ihrer Erinnerungen

April: Hamden, Brief an Gad zum 30. Geburtstag ihres Sohnes (Erinnerungen)



–––––––––––––––––––   1971–1987: Tel Aviv, Israel   –––––––––––––––––––


1971

Mitte März.
Rückkehr aus den USA, endgültige Niederlassung in Tel Aviv, Israel


1973

6.–29. Oktober: Kriegstagebuch 1973 (Kapitel der Erinnerungen)


1974

März: Tel Aviv. Biografische Notizen an P. Leshem in Jerusalem


1977

Besuch von Hans Wedig in Tel Aviv


1978

Anfang 1978: Tod von Hans Wedig


1979

Tel Aviv. Beendigung der etwa 1968 begonnenen Erinnerungen


1987

27. Mai: Tel Aviv. Else Lewertoff stirbt im Alter von 88 Jahren


1990

postume Veröffentlichung Frühe Erinnerungen an Paul Hindemith

 

 

 

Kapitel 10
Chronologie Fritz Jacob Marcan

Im Gegensatz zu Kapitel 9 mit der „Chronologie Else Thalheimer (Else Lewertoff)“ sind im Folgenden unmittelbar  v o r  d i e  r o t e n  Datierungen kleine schwarze Quadrate eingefügt, um eine Unterscheidung des 10. vom 9. Kapitel beim Suchen besser zu bewerkstelligen.

Bei Datierungen, die einen Zeitabschnitt bezeichnen (z. B. 1916–1922), ist stets jedoch nur die erste Jahreszahl in nachstehender Liste erfasst.


 

1862

26.05. –  Erste Eintragung der Porzellanwarenhandlung Marcan in dem Kölner Handelsregister; bestand aber vermutlich schon früher, da es in der Werbung hieß: „ältestes Fachgeschäft Kölns für Porzellan, Glas, Kristall und Kunstgewerbe“


1868

01.03. – Julius Marcan, der Vater von Fritz Jacob Marcan, in Köln geboren


1878

19.06. – Brünette (Nettchen) Marcan, geb. Samuel, die Mutter von Fritz Jacob Marcan, in Köln geboren


1898

14.03. – Fritz Jacob Marcan in Köln geboren


1901

29.09. – Alwine Marcan, Schwester von F. J. Marcan, in Köln geboren


1903

26.10. – Lily Heckscher, die spätere Ehefrau von F. J. Marcan, in Hamburg geboren


?

Grundschul-Ausbildung
Realgymnasium


1916

01.05. – Beginn des Studiums an der Münchener Universität (Rechte, Philosophie, Geschichte, Philologie). Einzig auffindbares Foto von F. J. Marcan im Archiv der Universität München. Eine Nähe zu der Philosophengruppe der „Münchener Phänomenologen“ ist in Marcans späterem Verlegertum (1922–1927) deutlich.
 

1916–1922

Viermal in München unter verschiedenen Adressen gemeldet, insgesamt ca. 1 Jahr und 10 Monate
 

1917–1918

13.01.1917–26.11.1918 – Heeresdienst; dafür Unterbrechung des Studiums


1918

Studium an der Universität von Bonn (Geschichte)


1920

27.07. – Exmatrikulation in München (wahrscheinlicher als der 31.7.1920, der auf einen Samstag fiel)


1921

Studium an der Universität von Bonn (Philosophie)


1922–1927

Erste und letzte Veröffentlichungen des Marcan-Verlags (Verleger); anfangs (bis spätestens 1924) unter „Marcan-Block-Verlag“ als GmbH


1923

05.06. – Brief an Arnold Schönberg
01.08. – Brief an Arnold Schönberg


vor der Veröffentlichung von 1924

Einzig nachweisbarer Aufsatz von F. J. Marcan: Johann Anton Ramboux und seine Fresken in Trier


zwischen 1923 und 1924

Der Verlag wird spätestens ab November 1924 unter dem Entfallen des „Block“ und der GmbH nur mit dem Namen „F. J. Marcan“ weitergeführt


1924

03.01. – Erster Brief von E. Kruttge an A. Schönberg
14.01. – Erster Brief von E. Kruttge an Ferruccio Busoni
11.02. – Antwortschreiben von A. Schönberg
15.03. – Zweiter Brief Kruttges an F. Busoni
27.07. – Tod Ferrucio Busonis
14.08. – Brief an Efraim Frisch (Der Neue Merkur, München)
06.11. – Brief von Manschmidt, Prokurist, des Marcan-Verlags an A. Schönberg


Winter 1924/25

gedruckter Katalog des Marcan-Verlags


1925

Ende Januar – Erscheinen des Buchs VON NEUER MUSIK, herausgegeben von Heinrich Grues, Eigel Kruttge und Else Thalheimer


1926–1927

Einstellung aller verlegerischen Bestrebungen und fortan Einsatz für das Kölner Porzellanwarengeschäft


1929

14.04. – Heirat von F. J. Marcan und Lily Heckscher. Aus der Ehe gehen zwei Söhne in Köln hervor (siehe 1930 und 1931)


1930

Exmatrikulation in Bonn
25.09. – Geburt des ersten Sohnes Michael René Marcan


1931

15.11. – Geburt des zweiten Sohnes Klaus Martin


zwischen März 1934 und Juni 1938

Fünfundzwanzig Inserate Marcans in den Mitteilungen des Jüdischen Kulturbunds Rhein-Ruhr, Köln; teilweise wohl auch von F. J. Marcans Vater


1937

28.05. – Inserat von „Marcan“ erscheint im Jüdischen Gemeindeblatt: Suche nach einem Mädchen, das in London einen 2-Personenhaushalt führt.
08.10. –  Inserat im Jüdischen Gemeindeblatt für Porzellangeschäft
12.11. –  Erstes Chanukkah-Inserat von Marcan im Jüdischen Gemeindeblatt
26.11. – Tod von Berta Samuel, vermutlich der um 1856 in Köln geborenen
und hier zum Zeitpunkt ihres Todes auch lebenden Großmutter von F. J. Marcan.
26.11. – Zweites Chanukkah-Inserat von Marcan im Jüdischen Gemeindeblatt
13.11. – Widmung eines „Vorzugsexemplares“ des Buchs von Friedrich Schlegel, Gespräch über die Poesie an unbekannten Empfänger (als Dank für die „Prosa“)


1938

mehrfach Inserate im 8. Jg. des Jüdischen Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen
März bis 05.03. – Marcan geht ohne seine Familie erst nach den Niederlanden, dann nach England
03.08. – Für einen Tag in Köln
09.11.–10.11. – Reichsprogromnacht („Kristallnacht“), Zerstörung von Geschäft in der Schildergasse und der Privatwohnung in Braunsfeld (Pauliplatz 11) durch SA
Bis zum 13.12. in England, da eine Aufenthaltserlaubnis in den Niederlanden sehr viel Zeit kostete.
Mit Ausnahme des 03.08. ist Marcan von März bis 13.12. in England.
Nach dem 13.12. rechtmäßige Einreise in die Niederlande


1939

01.03. – Auswanderung von Julius und Brünette Marcan, der Eltern von F. J. Marcan, nach England


1940

Nach 09.09. – Umzug von F. J. Marcan mit seiner Familie nach Naarden (Niederlande); zunächst in einer möblierten Wohnung, im nächsten Winter Miete eines Hauses in Naarden


ca. 1941–-1942

Arbeit im Amsterdamer Judenrat („Joodsche Raad voor Amsterdam“)


1942

August – Umzug nach Amsterdam aufgrund zu erwartender Verfügungen
06.08. – Razzia und Durchsuchung durch die Deutschen; F. J. Marcan zeigt dabei (ohne Erfolg) seine Orden aus dem Weltkrieg I (siehe 1917–1918); Marcans Wohnhaus wird nur durch einen glücklichen Zufall übersehen


1948

Gad Lewertoff (Tel Aviv) besucht mit seinen Eltern (Shlomo und Else Lewertoff) Marcan in Amsterdam; glaubt, sich an ein Porzellangeschäft zu erinnern


um 1953

F. J. Marcans Vater Julius gestorben (geb. 1868)


1953

23.02. – F. J. Marcans Mutter Brünette (Nettchen) gestorben (geb. 1878)


1958

Januar – Nicht-Beendigung (wegen Erkrankung) des Textes in der „Wiener Library“ (London)


1965

25.06. – Erlöschen der Kölner Porzellanwarenhandlung im Handelsregister
(siehe den Beginn unter 1862)


1972

02.11. – Fritz Jacob Marcan im Alter von 74 Jahren gestorben in Bussum (Niederlande). Bussum liegt ca. 3 km südlich von Naarden, etwa 40 km südöstlich von Amsterdam


1991

07.12. – Tod der Schwester Alwine Marcan in London (geb. 1901)
 

 

 

Zurück zu Teil 1       Zurück zu Teil 2

 

 

 

 

Anmerkungen zu Teil 3
 

[232] Unter der Überschrift Dr. Else Lewertoff-Thalheimer autobiografische Notizen, die spätestens im März 1974 verfasst wurden (wie Anm. [64]).

[233] Elfi Pracht, Jüdische Kulturarbeit in Köln 1933–1941, in: Geschichte in Köln, Bd. 29 (1991), S. 119–155. Zu danken habe ich Dr. Barbara Becker-Jákli (NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln) für den Hinweis auf diesen Aufsatz in einer E-Mail am 27. November 2009; ferner Dr. Annette Haller, Germania Judaica (Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums e.V.) die mir im Januar 2010 den Aufsatz dankenswerterweise zugänglich machte.

[234]  Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 143, Fußnote 61 schreibt unter Verweis auf Seite 80 des „Jahrbuch[s] der Synagogengemeinde Köln 1934“: „1934 setzte sich der Vorstand des JKRR [Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr] wie folgt zusammen: […] Salo Lewertoff, Köln | Dr. Else Thalheimer, Köln“.

[235]  Vgl. Anm. [34].

[235a]  Vgl. zu diesem Briefwechsel vgl. Anm. [114].

[235b]  Ein pdf-Download der „Max Kowalski Collection 1909–1978“ (853 Seiten Umfang), die sich heute im Archiv des „Leo Baeck Institute“ in New York befindet, ist kostenlos möglich hier. Thalheimers Brief vom 13. März 1934 steht auf S. 495 (Ziffer horizontal halb abgeschnitten, daher nicht mit Sicherheit leserlich); pdf-S. 486/875.

[235c]  Die Unterschrift „Dr. Else Thalheimer“ ist unverkennbar dieselbe Handschrift wie  auf der Postkarte vom (19.) Juni 1932 aus Wien (vgl. Anm. [111]). Eine Hilfe ist u. U. die maschinenschriftliche Angabe „Dr. Th./Se.“, die in dem Brief unter dem Vordruck  „UNSER ZEICHEN“  steht. Ist die erste Kürzel als „Dr. Thalheimer“ aufzulösen, so die zweite als „Sekretariat“ oder „Sekretär(in)“. Die Lesart der Unterzeichnung des Briefs wird durch diese Hinweise jedenfalls bestätigt.

[235d]  Vgl. Philip Lieson Miller, Kowalski, Max, in: MGG 16 (1976), Sp. 1049 f. Vgl. auch das Lexikon der Juden in der Musik von Stengel und Gerigk (wie Fußnote [171]), wo Kowalski in Sp. 143 auf Buchseite 257 erfasst ist.

[235e] Vgl. Bruno Engel, Berliner Brief im Abschnitt Streiflichter, in: Monatsblätter des Jüdischen Kulturbunds Hamburg, 3. Jg., Heft 5, Mai 1938, hier S. 5 die Aufführung von Kowalskis Pierrot-Liedern. (Online-Ausgabe).

[236]  Ein jüdisches Lichterfest; nach dem Gregorianischen Kalender fällt sein Beginn in den November oder Dezember; vgl. den Artikel Chanukka in der Wikipedia.

[237]  Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 2. Jg., Nr. 3, Köln, Dezember 1934, S. 15 (Online-Ausgabe). Zu einer Rezension vgl. Anm. [244].

[238]  Dazu Sabine Heuser-Hauck, Der Architekt Heinrich Krings (1857–1925), Dissertation der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, Bonn 2005, hier der Abschnitt Teilbauten der Kölner Bürgergesellschaft (1894, 1912/13) auf S. 294–300, illustriert mit historischen Fotos (download der Dissertation als pdf-Dokument, die jedoch nur bis S. 170 reicht, von der Bonner Universität).

[239]  Grete Keller (Lebensdaten unbekannt) hatte in Köln in der Gertrudenstraße 30 eine Tanzschule; vgl. das Inserat (eines von mehreren) in den Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 4. Jg., Nr. 2, Köln, November 1936, S. 7 (Online Ausgabe in der linken oberen Ecke). – Ein Foto von Grete Keller in der Aufführung von Paul Hindemiths Wir bauen eine Stadt (Fotograf: Hans Schiff) befindet sich im „NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln“. (Freundliche Mitteilung von Dr. Barbara Becker-Jákli, Köln, am 27., November 2009.) – Hans Schiff war ein Schüler des Fotografen August Sander; vgl. Kölner Progressive.

[240]  Zu Flora Jöhlinger vgl. unter anderem Irmgard Schüler, Reichsausstellung jüdischer Künstler im Jüdischen Museum Berlin sowie der anschließende Bericht Die jüdische Presse urteilt über Arbeiten der Kölner Maler auf der Reichsausstellung [mit Reproduktion von Jöhlingers Bild Blick über Dächer], in: Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 3. Jg., Nr. 9, Köln, S. 4–5 (Online-Ausgabe; von S. 4 zu S. 5 weiterblättern). Ferner die Meldung in Aufbau, 8. Jg., Nr. 38, New York, 18. September 1942, S. 8, Mitte von Spalte [5] (Online-Ausgabe). Vgl. auch das Fries Mittelalterliche Judenhochzeit von Flora Jöhlinger, in: Menorah, 6. Jg., Nr. 6–7, Wien/Frankfurt am Main, Juni–Juli 1928, vor S. 327. – Wie Pracht schreibt, schuf Jöhlinger mit dem Ende Oktober 1936 eröffneten Kölner Marionettentheater „das erste jüdische Marionettentheater in Deutschland, wahrscheinlich in Europa“; vgl. Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 129; ebd. wird auf Seite 128 Jöhlinger als zur Spitze der Kunstgemeinschaft gehörig aufgeführt. Über die Verkaufsstelle der Kölner Kunstgemeinschaft wurde ein Bericht Jöhlingers (signiert: „F. J.“) in der Jüdischen Rundschau, 42. Jg., Nr. 47, Berlin, 15. Juni 1937, S. [10], rechte Spalte unter der Überschrift Kölner Chronik veröffentlicht (Online-Ausgabe), die von Pracht zitiert wird (S. 130, Fußnote 22).

[241]  Kurt Heinemann war bis zum April 1933 zunächst Korrepetitor und dann Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Kölns gewesen und wurde 1941 nach Lodz deportiert. Weitere biografische Informationen über Kurt Heinemann (geb. am 27. September 1907 in Elberfeld) sowie ein Porträtfoto befinden sich in den Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 2. Jg., Nr. 4, Köln, Januar 1935, S. 6 (Online-Ausgabe);  vgl.  ebd.,  5.  Jg.,  Nr. 7, Text und Foto auf S. 4 (Online-Ausgabe). Siehe weiterhin zu den Lebensdaten auf der Webseite des „NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln“ (Online-Ausgabe) sowie den Eintrag im Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 (Online-Ausgabe). Heinemann hatte in Köln Musik studiert und bei Hermann Abendroth, Carl Emil Theodor Ehrenberg, Eduard Erdmann und Philipp Jarnach Unterricht genommen. Er trat häufiger im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ auf, wovon die Zeitschrift der Mitteilungen Zeugnis ablegt (vgl. das Such-Ergebnis).

[242]  Mir wurde im Dezember 2009 von Dr. Barbara Becker-Jákli (vgl. Anm. [248]) unter anderem eine Fotokopie dieses bereits fotokopierten Dokuments überlassen, das im Wesentlichen denselben Text hat wie das Inserat der Hindemith-Aufführung (vgl. Anmerkung [237]), aber nichts über Ort und Zeitpunkt der Aufführung sagt. Auch hier werden die Mitwirkenden genannt, doch befindet sich hinter der Nennung der „Über 100 Kinder“ der Nebensatz: „die nicht alle genannt werden können, sich aber durch ihre Darbietungen dem Kölner Publikum lieb und vertraut machen wollen.“

[243]  Zur Kölner „Jawne“ vgl. Moritz Niemeier, Die Jawne unter der Naziherrschaft (Online-Ausgabe). – Seit 1990 erinnert in Köln der am Ende der Helenenstraße gelegene kleine Erich-Klibansky-Platz mit dem „Löwenbrunnen“ an den letzten Direktor der Schule und die eintausendeinhundert ermordeten jüdischen Kölner Kinder, deren Namen auf dem 1997 errichteten Brunnen verzeichnet sind. Siehe auch den Artikel Jawne (Schule) in der Wikipedia hier. – Im Jahrgang 1937 der unten genannten Zeitung haben sich (u. a.) folgende vier Artikel im Internet Archive finden lassen, was aber keinesfalls erschöpfend ist. Dies ist auch der Standort der anderen Ausgaben dieser Zeitung.

Dr. [Ernst] Klibansky, siehe zum Film Hatikwah in Köln und Bonn, den Artikel im Jüdischen Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 24, Köln, den 11. Juni 1937, S. 199, Sp. [1]–[2]

F. N., Lesebücher für jüdische Schulen, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 26, Köln, 25. Juni 1937, S. 227, Sp. [3]–[4]. Erwähnung von Klibansky am Ende des Artikels.

Dr. Erich Klibansky, Dr. Ludwig Rosenthal und die Jawne, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, 7. Jg., Nr. 36, Köln, 15. Okt. 1937, S. 316, Sp. [3]–[4] bis S. 317, Sp. [1]–[2]

[Ernst] Klibansky, Die Jawne als jüdische Oberschule, in: Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, 7. Jg., Nr. 43, Köln, 3. Dez. 1937, S. (389)–391 [Titelgeschichte]; unter dem Ende des Artikels ist die Signatur (des Herausgebers?) angebracht: „ib.“ ([Kl]ib[ansky]?)

[244]  C.V.-Zeitung. Blätter für Deutschtum und Judentum. Allgemeine Zeitung des Judentums, 14. Jg., Nr. 1, Berlin, 4. Januar 1935, S. [6], Spalte [2]–[3] unter der Überschrift „Köln“; die den Abschnitt beschließende Signatur „–yo–“ dürfte auch für die genannte Rezension gelten (Online-Ausgabe).

[245]  Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 4. Jg., Nr. 5, Köln, Februar 1937, S. 14 (Online-Ausgabe); Kursives im Original unterstrichen. – Vgl. zu dem Angebot der Verkaufsstelle Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 129–130; ferner am Ende von Anm. [240] der Aufsatz von Flora Jöhlinger (1937). – Weitere Angaben zur Kölner „Jüdischen Kunstgemeinschaft“.

[246]  Ebd., 4. Jg., Nr. 9, Köln, Juni 1937, S. 13 (Online-Ausgabe).

[247]  Vgl. Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 129–130. Der am Ende von Anm. [240] genannte Aufsatz von Flora Jöhlinger (1937) ist auch online verfügbar.

[248]  Dieses Programm von 1937, ein beidseitig bedrucktes Blatt (etwa DIN A5 mit gesetztem Text), enthält auf der Vorderseite die achtteilige Programmfolge (Werke u. a. von Corelli, Schumann, Vivaldi, Mendelssohn) sowie die Namen aller Beteiligten, einschließlich der Gymnastik- bzw. Tanzgruppe. Auf der Rückseite sind die Adressen der Lehrkräfte angegeben, wobei Betty Markus, Hilde Hirsch-Stern und Grete Keller zu jenen gehörten, die auch in der Hindemith-Aufführung im Dezember 1934 mitgewirkt hatten. (Dieses Programm wurde mir dankenswerterweise von Dr. Barbara Becker-Jákli, „NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln“, am 3. Dezember 2009 als Fotokopie zugänglich gemacht.)

[249]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 89–90.

[250]  Elfi Pracht, Jüdische Kulturarbeit in Köln 1933–1941, wie Anm. [233]; hier zur „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ S. 127–130. – Siehe auch Folgendes:

Inserat der JKU, in: Gemeindeblatt für die jüdischen Gemeinden in Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 18, Köln, 30. April 1937 auf S. 145, Sp. [1] (von [3]) unter der Überschrift: „WIR LADEN SIE HÖFLICHST EIN“

Inserat der Jku, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 25, Köln, 18. Juni 1937, S. 205, Sp. [1]–[2]: „Sie müssen vor dem 1. Juli kommen“

Kleinanzeige der „Jku“, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 25, Köln, 18. Juni 1937, S. 214, Sp. [1]–[2]

—r., Konzert der Kunstgemeinschaft über das Konzert am 21. Juni 1937 (mit Ilse Sass, Klavier, Julius Lenz, Gesang [Bass]), in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 26, Köln, 25. Juni 1937, S. 227, Sp. [1]–[2]

Inserierung der: Veranstaltungen der Jüd. Kunstgemeinschaft Köln, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 35, Köln, 8. Okt. 1937, S. 310, Sp. [3]–[4]

Eine Kleinanzeige auf derselben Zeitungsseite (Sp. [3] zuunterst) annoncierte die Jüdische Kunstgemeinschaft die Unterstellmöglichkeit bei ihr für einen Flügel.

Auf S. 312 (Sp. [1]–[3]) erfolgte in derselben Ausgabe ein unsignierter Beitrag unter der Überschrift: Jüdische Kunstgemeinschaft | Veranstaltungen im Oktober

Inserat der JKu, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 43, Köln, 3. Dez. 1937, S. 392, Sp. [1]–[2] (Heiterer Abend mit Fritz Melchior)

[unsignierter Artikel] Jüdische Kunstgemeinschaft (Heiterer Abend mit Fritz Melchior), in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Bd. 7, Nr. 45, Köln, 17. Dez. 1937, S. 417, Sp. [1]–[2]

[Inserat:] Jüdische Kunstgemeinschaft, Kammermusik-Abend mit dem Leipziger MENDE[L]SSOHN-Trio (Leo Schwarz - Grete Sultan - Paul Blumenfeld), 3. VERANSTALTUNG: AM DONNERSTAG, DEN 20. JANUAR 1938, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Jg. 8, Nr. 2, Köln, 1938, 14. Januar 1938, S. 17, rechte Seite, linke Hälfte

[Artikel:] Dr. Martin  F r i e d l a n d ,  Jüdische Kunstgemeinschaft [über das Konzert am 20. Januar 1938], in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Jg. 8, Nr. 5, Köln, 4. Februar 1938, S. 48, linke Seite, rechte Hälfte

[Artikel:] Dr. Martin  F r i e d l a n d , Konzertabend der Kunstgemeinschaft [mit Alice  K r i e g e r - I s a a c , Klavier, und Susanne  L ö w e n s t e i n , Mezzosopran]; in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Jg. 8, Nr. 11, Köln, 18. März 1938, S. 109, rechte Seite, linke Hälfte

[Inserat:] MUSIKALISCHER UNTERHALTUNGSABEND der JÜDISCHEN KUNSTGEMEINSCHAFT KÖLN (Veranstaltung am MITTWOCH, DEN 18. MAI 1938), in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Jg. 8, Nr. 19, Köln, 13. Mai 1938, S. 186, linke Seite, rechte Hälfte

[Artikel:] zur Veranstaltung MUSIKALISCHER UNTERHALTUNGSABEND am 18.05.1938, in: dieselbe Ausgabe wie unmittelbar zuvor, S. 188, linke Seite, rechte Hälfte

[Artikel:] a. r., Jüdische Kunstgemeinschaft [Bunte Musikabende], in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, Jg. 8, Nr. 21, Köln, 27. Mai 1938, S. 208, beide Spalten

*

Ferner als zwei Nachträge (1936)

[insigniert], Ein Purim-Stück der Marionettenbühne, in: Gemeindeblatt für die jüdischen Gemeinden in Rheinland und Westfalen. Jüdische unabhängige Zeitung für Westdeutschland, Schriftleitung: Fritz Neulaender, 6. Jg., Nr. 13, Köln, 27. März 1936, S. 106, linke Seite, Spalte [1]

––r., „Esther“ auf der Marionetten-Bühne [sic]; in: Gemeindeblatt [etc.], Schriftleitung: Fritz Neulaender, 6. Jg., Nr. 14/15, Köln, 3. April 1936, S. 113, rechte Seite, Spalte [1]

Möglicherweise ist in dieser Zeitung Weiteres zu finden, doch sei noch einmal hervorgehoben, dass die hier ausgewertete Ausgabe unvollständig ist.

*

[251] Die GEDOK wurde 1926 als „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreich. Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ gegründet. Vgl. den Artikel GEDOK der Wikipedia sowie über die Kölner GEDOK den Abschnitt „Geschichte” auf der Webseite. http://www.gedok-koeln.de/cms/modules/content/index.php?id=6.

[252]  Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 127–128.

[253] Ebd. – Vgl. den Aufsatz Ausstellung der Jüdischen Kunstgemeinschaft. Vortrag von Benno Elkan, in: Gemeindeblatt der Synagogengemeinde Köln am Rhein, Nr. 41 vom 26. Oktober 1934; ferner die Nachricht der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“, ebenda, Nr. 45 vom 23. November 1934, welche die Veranstaltung von Hauskonzerten betrifft (man bittet um Absprache mit Frau [Meta] Lissauer, Wörthstr. 17 oder Frau [Alice] Krieger-Isaac, Morsdorfer Hof 10); schließlich der unsignierte Artikel Kunst und Subvention, ebd., Nr. 39 vom 25. September 1936. Alle drei Quellen aus dem Kölner Gemeindeblatt wurden mir von Dr. Annette Haller, Köln, dankenswerterweise zugänglich gemacht (vgl. Anm. [233]). – Zu dem genannten Bildhauer Benno Elkan (1877–1960) vgl. den gleichnamigen Artikel der Wikipedia. Einige seiner Arbeiten wurden in der Zeitschrift Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum abgebildet (Berlin: Verlag der Zeitschrift, 1901 bis 1923; diese Zeitschrift ist bei Compact Memory online verfügbar).

[254]  E. Pracht (wie Anm. [233]), S. 130.

[255]  Vgl. Niemöller, wie Anm. [193], Ms-S. 12 mit den Fußnoten 78 und 79. Lindenthal ist ein Stadtteil von Köln, in dem sich auch die Universität befindet.

[256]  Über einen Vortrag von Bruno Kisch erschien: B. B. St., Gottesglaube und Naturwissenschaft (Prof Bruno Kisch-Köln im Rambam-Lehrhaus), im Teil Berichte und Referate, in: Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde zu Berlin, 26. Jg., Nr. 1, Berlin, 5. Januar 1936, S. 7.

[257]  Vgl. http://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00003598

[258]  Vgl. die Online-Ausgaben: Ruth Kisch-Arndt, Hebräische Lieder. Kleines Vorwort zu meinem Programm (3. Jg., Nr. 7, April 1936, S. 7 [der Artikel beginnt in der rechten Spalte und wird in der linken fortgesetzt]; siehe ebd. S. 3 die redaktionelle Ankündigung des Konzerts sowie die Konzertübersicht S. 9); (Unter der Überschrift) Aus unserer Spielzeit 1935/36 (4. Jg., Nr. 1, Oktober 1936, S. 15, rechte Spalte, mit Foto); und Wie ich das Orchester hoere .... (4. Jg., Nr. 6, März 1937, S. 4–5). Ferner Ruth Kisch-Arndt, Jüdische Komponisten in fünf Jahrhunderten, in: Aufbau. Reconstruction, Vol. X, No. 52, New York, December 29, 1944, S. 15 bis 16. – Zu Alice Krieger-Isaac vgl. dieselbe oben angegebene Suchmöglichkeit.

[259]  Vgl. das durch Anm. [102] belegte Zitat.

[260]  Vgl. Einzelheiten in Anm. [19].

[261]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 63. – Am Ende des Zitats ist die Rede von Gertrud Hindemith, geb. Rottenberg, welche von 1900 bis 1967 lebte, die jüdischer Abstammung war und 1924 mit Paul Hindemith die Ehe schloss. Vgl. auch den Briefwechsel Hindemiths mit seiner Frau Gertrud in Anm. [16].

[262]  Else Thalheimer schrieb über Hindemith bereits in ihrem Aufsatz Pionierarbeit in Köln (vgl. Anm. [73]), S. 240: „[…] eine besondere Pflege erfuhr das kammermusikalische Schaffen Paul Hindemiths, das im Rahmen der Gesellschaft bereits fast lückenlos zur Wiedergabe gebracht wurde.“

[263] Vgl. im Buch VON NEUER MUSIK den Aufsatz Paul Hindemith. Ein Versuch von Franz Willms (wie Anm. [120]) auf S. 78–123; ferner die Hindemith-Bibliografie von Wilhelm Altmann ebd. auf S. 293–296 (vgl. hierzu Anm. [171]). – Franz Willms (geb. 25. Januar 1883 in Mainz, gest. am 21. Dezember 1946 ebd.) arbeitete seit 1925 im Verlag B. Schott’s Söhne in Mainz; vgl. Frank / Altmann, Tonkünstler-Lexikon, Teil 1, 1971 (wie Anm. [79]), S. 690; dass., 15. Aufl., Teil 2, Bd. 2, L–Z, Wilhelmshaven 1978, S. 425. Else Lewertoff kam darauf in ihren Erinnerungen (S. 79) anlässlich der Gründung des Jahrbuchs VON NEUER MUSIK zu sprechen: „Ein anderer unserer Kollegen, Franz Willms, veröffentlichte hierin den ersten umfassenden Aufsatz über Paul Hindemith.“

[264]  Vgl. Niemöller (wie Anm. [193]), Ms-S. 8 mit Fußnote 42. Der Brief ist vollständig abgedruckt in Paul Hindemith »Das private Logbuch« (wie Anm. [16]), S. 33–34, Nr. 10.

[265]  Vgl. das Ende von Anm. [70].

[265a]  Vgl. Manfred Schlösser, Zu diesem Buch, in: Christof Bitter und Manfred Schlösser (Sammlung und Herausgabe), Begegnungen mit Eduard Erdmann, Darmstadt: Agora, 1972 [Reprint der Ausgabe Darmstadt 1968], hier S. 15; ferner S. 82, 87, 127, 365 und 375.

[266]  Vgl. hierzu den letzten Absatz von Anm. [2].

[267]  Vgl. Paul Hindemith, »Das private Logbuch« (wie Anm. [16]), S. 323–326 mit den Äußerungen zu Palästina auf S. 323.

[268]  Vgl. Anm. [1] und besonders das Suchergebnis des Orbis-Online-Katalogs, der unter anderem Fotos und Fotonegative von Paul und Gertrud Hindemith angibt und sowohl ein Typoskript Hindemiths wie eine autografe Komposition von Felix Petyrek mit handschriftlichen Anmerkungen Hindemiths benennt.

[269]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 101 und 102. Ebd. auch S. 146, wo die „Touristenreise in das damalige Palästina“ und die Auswanderung im Jahre 1935 genannt werden. – Zum standesamtlichen Heiratseintrag vgl. auch Anm. [24], das Ende des ersten Absatzes.

[270] Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 102. – „Alijah“ wird eine Welle von Auswanderern meist europäischer Juden nach Palästina genannt. Vgl. den Artikel Alija der Wikipedia. Hier ist sicherlich die fünfte Alijah unter Hitler gemeint.

[271]  Else Lewertoff, Answers to the Questionnaire (wie Anm. [64]), Ziffer IV.

[272]  Aufbau und Schicksal dieses Orchesters sind u. a. durch folgende Bücher verhältnismäßig gut erschlossen: Jehoash Hirshberg, Music in the Jewish Community of Palestine 1880-1948. A Social History (Oxford, New York: Oxford University Press, 1985, reprinted 2002). Barbara von der Lühe, Musik war unsere Rettung. Die deutschsprachigen Gründungsmitglieder des Palestine Orchestra (Tübingen 1998, vgl. Anm. [64]). Barbara von der Lühe, Die Emigration deutschsprachiger Musikschaffender in das britische Mandatsgebiet Palästina. ihr Beitrag zur Entwicklung des israelischen Rundfunks, der Oper und der Musikpädagogik seit 1933, mit einem Vorwort von Avi Primor (Frankfurt am Main: Peter Lang, 1999).

[273] Vgl. den unsignierten Artikel Ein Philharmonisches Orchester für Palästina, in: Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, 26. Jg., Nr. 22, Berlin, 31. Mai 1936, S. 22, Sp. [3], wo es hieß: „Das Orchester soll erstklassig sein, und die Welt soll am Radio (der Sender wird in wenigen Wochen zu arbeiten beginnen) aus Tel Awiw [sic] nur beste Musik zu hören bekommen.“ (Online-Datei). Eine schon erfolgte Rundfunkübertragung wird von der Redaktion am Ende des Artikels H. Z., Toscanini dirigiert das Eröffnungskonzert etc. (wie Anm. [284]) erwähnt.

[274]  Vgl. die unsignierte Mitteilung unter der Überschrift Kulturelles Leben (Abschnitt „Das Palästina-Orchester“), in: Palästina. Zeitschrift für den Aufbau Palästinas, Jg. 20, Heft 1, Wien, Januar 1937, S. 51 (Online-Datei). – Vor allem ist für die folgenden Zusammenhänge auf das Buch Musik war unsere Rettung. Die deutsch-sprachigen Gründungsmitglieder des Palestine Orchestra (1998) von Barbara von der Lühe hinzuweisen, das in Anm. [64] genauer beschrieben ist. Ida Ibbeken und Tzvi Avni, An Orchestra is born. The founding of the Palestine Orchestra as reflected in Bronislaw Huberman’s letters, speeches and articles, compiled from the Huberman Archives in the Central Music Library in Israel, Tel-Aviv: “Yachdav” United Publishers, 1969 (lag nicht vor). – Zu den beiden Veröffentlichungen von S. B. Lewertoff The Palestine Orchestra vgl. Anm. [292].

[275]  Zu Harry Blumberg, einem von Huberman engagierten Bratschisten, der seit 1935 Leiter der Konservatoriums in Tel Aviv war, vgl. Barbara von der Lühe, Musik war unsere Rettung (wie Anm. [64]), passim; auf S. 42 Biografisches über den 1902 aus Illuxt/Dünaburg [Lettland] stammenden Blumberg, der in Berlin studiert hatte). Vgl. auch Stengel / Gerigk, Das Lexikon der Juden in der Musik (wie Anm. [171]), Berlin 1940, S. 36.

[276]  Else Lewertoff, Dr. Else Lewertoff-Thalheimer hier (März 1976).

[277]  Vgl. die durch Anm. [95] bzw. [234] belegten Zitate.

[278]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 101 unten. – Die genannte Schrift Salo B. Lewertoffs wurde nicht gedruckt, sondern nur in hektografierter Form verbreitet; sie erschien ohne Angabe von Ort und Verlag, so dass sie vermutlich noch in Deutschland und in sehr kleiner Auflage entstand. Sie umfasst 12 Seiten, 30 cm, lag mir aber nicht vor (Online-Datei der bibliografischen Daten und Besitznachweis in „The National Library of Israel“, siehe auch den Permalink).

[279]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 141–142, in die ein Brief von S. B. Lewertoff an B. Huberman vom 26.12.1946 teilweise einbezogen ist; vgl. in Anm. [2] das Kapitel [15.] Keine goldene Mazewe. – Ausführlich schildert Else Lewertoff hier die ersten zwei Begegnungen mit Huberman in Tel Aviv (S. 103–106), deren erste wenig aussichtsreich war, denn Hubermann hatte bereits mit Dr. Heinrich Simon, einem früheren Mitbesitzer der Frankfurter Zeitung, einen „General Manager“. (Von Heinrich Simon stammt auch die Schrift Palestine listens to its orchestra. Personal reminiscences, [New York: H. K. Advertising, ca. 1939, 31 Seiten], Permalink; lag nicht vor.) Vgl. ferner den Artikel über Heinrich Simon in: Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft, Bd. 2, Berlin 1931, S. 1786.

Siehe auch: 80 000 Besucher bei den Konzerten des Palästina-Symphonie-Orchesters [unsigniert]; in dem Bericht wird namentlich genannt der „Generalsekretär L e v e r t o v [recte: Lewertoff] (aus Köln)“, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, 7. Jg., Nr. 24, 11. Juni 1937, S. 194, rechte Spalte. (Internet Archive.)

[280]  Zur Funktion der Programm-Einführungen vgl. Anm. [276].

[281]  Zu Kestenberg vgl. die Webseiten Kestenberg-Gesellschaft: http://www.leo-kestenberg.com/musikpaedagogen-kulturpolitiker /index.cfm (gegründet 2009). Hier befindet sich auch eine Aufstellung von Kestenbergs Nachlass.

[282]  Vgl. den Briefabdruck in dem Buch: Frithjof Trapp, Zwischen Schönberg und Wagner. Musikerexil 1933–1949. Das Beispiel P. Walter Jacob, Begleitbuch zur Ausstellung in der Staats- und Universitätsbibliothek – Carl von Ossietzky – Hamburg (12. Januar 2005–19. Februar 2005), Berlin: Henschel-Verlag, 2005, S. 53–55; hier das Zitat auf S. 55, linke Spalte. – Vgl. auch Kestenbergs Brief an Arnold Schönberg vom 25. Mai 1939: Online-Ausgaben von Seite 1 u. Seite 2.

Meines Wissens war Lewertoff nicht Sekretär in einer „internationalen Musik-Gesellschaft“, wie Kestenberg dies in seinem Brief an Paul Walter Jakob behauptet, sondern Schatzmeister der Kölner „Gesellschaft für neue Musik“.

[283]  Vgl. (Hyman) Howard Taubman, The Maestro. The Life of Arturo Toscanini, New York: Simon and Schuster, 1951, S. 224, Mitte. Die vormalige Online-Datei des gesamten Buches ist heute nicht mehr verfügbar (20. Juli 2010).

[284]  H. Z., Toscanini dirigiert das Eröffnungskonzert des „Palestine Symphony Orchestra“, in: Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde zu Berlin, 27. Jg., Nr. 3, Berlin, 17. Januar 1937, S. 6, rechte Spalte (Online-Datei). Vgl. auch Howard Taubman (wie Anm. [283]), S. 224–225. Siehe auch das Foto in: Monatsblätter des Jüdischen Kulturbundes Hamburg, Jg. 2, Nr. 4, April 1937, nach S. 2 (Online-Datei, oben); es zeigt Toscanini mit seiner Frau, Bronislaw Huberman, William Steinberg und andere in Ramoth HaSchavim, wo man Toscanini einen Orangenhain schenkte. Als man im Frühjahr 1938 Toscanini die ersten Orangen seines eigenen Hains überreichte, habe der strenge Dirigent diese Früchte in den Händen gehalten und vor Freude und Rührung geweint; vgl. H. Taubman, ebd., S. 225. Else Lewertoff schrieb auch in ihren Erinnerungen hierüber (S. 117): „Töff [das ist ihr Ehemann] und ich arbeiteten heftig mit unseren beiden Filmapparaten, damit wir diese ganze bezaubernde Szene der Nachwelt erhalten können.“ (Die hier entstandenen Filme sind meines Wissens bisher nicht aufgefunden worden.) – Vgl. auch G. S. G., Hubermann-Toscanini in Tel-Aviv. Die Premiere des neuen Palästina-Orchesters, in: Pariser Tageszeitung, 2. Jg., Nr. 211, Paris, 8. Januar 1937, S. 6, Sp. [3]–[5] (Online-Datei); auf derselben Seite auch der Beitrag Jüdische Leistung auf dem Gebiet der Musik. Ansprache Bronislaw Hubermanns sowie der Artikel in Sp. [5] unter der Überschrift: Hubermann-Orchester in Nablus attackiert.

[285]  Zu den Vorbereitungen des Eröffnungskonzerts und dem Kartenverkauf siehe Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 106–117.

[286]  Vgl. Howard Taubman (wie Anm. [283]), S. 224.

[287]  Else Lewertoff, Erinnerungen, besonders S. 53–59 (et passim). Hierbei wird auch auf die Familie Steinbergs sowie die Verbindung zu Otto Klemperer ausführlicher eingegangen. – Vgl. Valder-Knechtges in Anm. [71]. – Zu Steinbergs Arbeit im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Main“ vgl. den Artikel Arthur Holde, Das Orchester des Kulturbundes Rhein-Main, in: Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 1. Jg., Nr. 9, Köln, Juli 1934, S. 3–4, mit Foto von Steinberg und dem Orchester (Online-Datei S. 3, S. 4); hier auch S. 8 bzw. S. 13 das Konzertprogramm bzw. die Aufführungsorte und -zeiten. Wie Else Lewertoff spätestens im März 1974 selbst schrieb, war sie „Maßgeblich beteiligt an der Gründung des Frankfurter Kulturbund-Orchesters unter Wilhelm Steinberg.“ Vgl. die in Anm. [64] genannten Dokumente im „Zentrum für Antisemitismusforschung“ an der TU Berlin; hier das Blatt mit der Überschrift Dr. Else Lewertoff-Thalheimer.

[288]  Noch heute zählt die Aufnahme von Peter Tschaikowskys Violinkonzert mit Huberman als Solist und Wilhelm (William) Steinberg als Dirigent zu den schönsten und bewundernswertesten Aufnahmen dieses Konzerts. Die Tonaufnahme entstand am 28. und 30. Dezember 1928 in Berlin, als Orchester spielte die Staatskapelle Berlin (Orchester der Staatsoper). Die Aufnahme, die zunächst als 78er-Schalllplatte erschien, wurde inzwischen in einer hervorragenden technischen Bearbeitung auf CD herausgegeben und erschien zusammen mit Beethovens Violinkonzert auf dem Label Naxos (Historical) als Nr. 8.110903 bzw. über William Steinberg. – Else Lewertoff überliefert in ihren Erinnerungen (S. 54): „Bei unserer ersten Begegnung im Hause Steinberg zeigte mir Wilhelm mit Stolz ein Bild von Bronislaw Huberman, das den Flügel schmückte. Dabei, stets der kritische Connaisseur, hielt er nicht mit der Bemerkung zurück, dass diese Aufnahme [Foto] des grossen Geigers vollkommen idealisiert wäre.“

[289]  Über die Hintergründe des wachsenden Unmuts der Orchestermusiker berichtete der Artikel von Artur Holde (a. h.), Krise im Palestine Orchestra, in: Der Aufbau. Reconstruction, 12. Jg., Nr. 30, New York, 26. Juli 1946, S. 15, Sp. [1]–[3] und S. 16 [Fortsetzung], Sp. [4]–[5]; Online-Datei von S. 15; S. 16. Vgl. auch Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 139–140.

[290]  Der Teilabdruck dieses Briefes steht in Else Lewertoffs Erinnerungen auf den Seiten 141–142.

[291]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 144. – Die erwähnte Publikation war: Elsa [Else] Thalheimer, Five years of the Palestine Orchestra, Tel Aviv, o. J. [1942], 45 S.; „Inlaid sheet dated April 1943“ (Online-Datei unter „Thalheimer, Elsa“ [sic]). Der Druck erschien unter dem Geburtsnamen „Thalheimer“, lag mir aber nicht vor. Bei Niemöller (wie Anm. [193], Ms-S. 17 mit Fußnote 98) wird der Titel unter anderem zitiert, da Thalheimer 1953 Heinrich Lemacher ein Exemplar des Drucks schenkte, dessen Widmung Niemöller in seinem Aufsatz Kölner Musikleben und jüdisches Mäzenatentum bis 1933 abbildete; vgl. den Aufsatz in Dieter Breuer (Hg.), Die Moderne im Rheinland. Ihre Förderung und Durchsetzung in Literatur, Theater, Musik, Architektur, angewandter und bildender Kunst 1900–1933, Köln 1994; hier S. 236 (im selben Aufsatz weitere Hinweise zu Thalheimers Wirken in Köln auf S. 234 f.). Die Widmung lautet: „Herrn Prof. Dr. Lemacher in alter Anhänglichkeit und Verehrung. Else Lewertoff.“ Diese Schrift wurde nach Niemöller (Ms-S. 16) 1941 verfasst, und das Exemplar mit Widmung befindet sich heute in der Bibliothek des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität zu Köln (Signatur: Mg 3138). Niemöller zitiert ferner eine rote Anstreichung in dem Druck (auf S. 22), welche S. B. Lewertoff betrifft (ebd., Ms-S. 17).

[292]  S. B. Lewertoff, The Palestine Orchestra, in: The Musical Times, Vol. 8, No. 1226, London: Musical Times Publications, April 1945, S. 120–121 sowie unter derselben Überschrift: ebd., Vol. 8, No. 1229, July 1945, S. 216–217.

[293]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 145 und 145a.

[294]  Beide genannten Todestage sind in der lexikalischen Literatur über Huberman(n) zu finden: vgl. Gradenwitz und Holde, s. u.) – Vgl. Peter Gradenwitz, Artikel Huberman (Hubermann), Bronislaw, in: MGG 6 (1957), Sp. 815–816. Ferner Die Musik war unsere Rettung (wie Anm. [64], S. 185) zu Hubermans Unfall. Else Lewertoffs Erinnerungen zitieren aus einem längeren Brief von Lewertoff an Huberman vom 26. Dezember 1946 aus Stockholm (vgl. Anm. [2]), und auch der in Anm. [289] genannte Artikel von Artur Holde geht auf Hubermans Krankheit und Aufenthalt in der Schweiz ein. – Von den zahlreichen Nachrufen auf Huberman seien genannt: A. H. [Artur Holde], Bronislaw Huberman. Zu seinem Hinscheiden am 16. Juni, in: Der Aufbau. Reconstruction, 13. Jg., Nr. 25, New York, 20. Juni 1946, S. 12, Sp. [1]–[3] (mit Foto) sowie B. HUBERMAN DEAD | NOTED VIOLINIST, 64 | Palestine Symphony Founder Made Debut Here in 1896 – Praised by Brahms at 14, in: New York Times, 17 June, 1947 (Online-Datei).

[295]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 144. Nachdem sie sich über den „Undank der Musiker“ geäußert hatte, heißt es hier zu dem Nachruf auf Huberman: „Mir blieb es damals überlassen, in einer der israelischen Zeitschriften einen Artikel über den Meister zu veröffentlichen.“ Welche Zeitschrift hier gemeint ist, vermag ich nicht zu sagen; der Artikel war bisher nicht auffindbar. – Zu den Programmeinführungen schrieb mir Gad Lewertoff am 19. Juli 2009 in einer E-Mail: „During the first five years of the orchestra, my mother wrote all the program notes.“ Seine Mutter schrieb 1974: „For 10 years [ca. 1936–1946] I wrote most of the Programme notes for the concerts of the Orchestra.“ (Answers to the Questionnaire wie Anm. [64], spätestens vom März 1974, Punkt VII.)

[295a]  Der Artikel befindet sich auf S. 272–273; vgl. auch Anm. [278].

[295b]  Mitteilung von Gad Lewertoff am 23. August 2010. – Die jüdische Malerin war Edith Auerbach, die ihre Werke seit 1945 mit „Edith Delamare“ signierte; weitere Informationen hier (Artes Kunst). – Möglicherweise bestand eine Verwandtschaft mit jenem Berthold Auerbach, der in Teil 1 dieses Aufsatzes erwähnt wird.

[296]  Ben Gurion verlas die Unabhängigkeitserklärung in Tel Aviv unter einem Porträt von Theodor Herzl (siehe Online-Datei mit Bild- und Tondokument). – Die Rede ist hier von dem sogenannten Palästinakrieg (auch Erster Arabisch-Israelischer Krieg oder „Israelischer Unabhängigkeitskrieg“ genannt), der von Mai 1948 bis Juli 1949 dauerte. – Quelle für die Informationen im Haupttext sind die Erinnerungen von Else Lewertoff, vor allem das Kapitel Unvergessliche Reisen (Europa) auf S. 125–128.

[297]  Else Lewertoff, Answers to the Questionnaire, Ende von Abschnitt VII (wie Anm. [64]). Ähnlich in Dr. Else Lewertoff-Thalheimer (Kurzbiografie), ebd.

[298]  Hakidmah [auch Haq-qîdm¯a]. Wochenschrift des Mitteleuropäischen Kreises der Progressiven Partei, Tel Aviv. Vgl. die Suche über die Datenbank der ZDB sowie die entsprechende Suche in der Online-Datei der National Library, Israel. Die in Deutschland nicht vollständig vorhandene Zeitschrift, die ihr Erscheinen mit Vol. 15, No. 658 im September 1961 einstellte, konnte nicht ausgewertet werden. Vgl. auch die weiter unten genannte Wochenzeitung Jewish Ledger; sie erscheint seit 1929 in West Hartford, Connecticut.

[299]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 137: „Als wir uns entschlossen hatten […] 1953 für die Dauer von 2 Jahren nach Amerika zu fahren, […].“ Und S. 152 schreibt Else Lewertoff über ihren Aufenthalt in den USA: „Immerhin dachten wir nicht an eine lange Abwesenheit.“

[300]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 151–161. Die Informationen im Haupttext stammen überwiegend aus dem genannten Kapitel.

[301]  Gad Lewertoff, E-Mail an den Verfasser vom 6. November 2009.

[302]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 181. – Zur Ausstellung Monumenta Judaica, die im Kölnischen Stadtmuseum in der Zeughausstraße 1–3 stattfand, erschien das umfangreiche Buch: Karl Schilling, Monumenta Judaica. 2000 Jahre Geschichte der Juden am Rhein, im Auftrag der Stadt Köln hg. von Konrad Schilling, Köln: Bachem, 1964. – Eine Anfrage im Kölnischen Stadtmuseum im Mai 2010 ergab die Antwort, dass man vor einigen Jahren sämtliche Unterlagen an das im März 2009 zerstörte Historische Archiv der Stadt Köln abgegeben habe, so dass ungewiss sei, was sich aus diesem Bestand vielleicht erhalten habe. Auch Personen gebe es nicht mehr, die sich an die damaligen Geschehnisse erinnerten. Freundliche Auskunft von Rita Wagner, M.A., Kölnisches Stadtmuseum am 26. Mai 2010.

[303]  Vgl. Else Lewertoff, Erinnerungen, wo es auf S. 90 heißt: „Im Oktober des Jahres 1963 forderte der Westdeutsche Rundfunk meinen Mann und mich auf, uns an einem Colloquium zu beteiligen, das unsere Tätigkeit für das Kölner Musikleben innerhalb der zwanziger Jahre schildern sollte. Unsere Unterhaltung wurde auf Tonband aufgenommen und erst zwei Monate später gesendet.“ Vgl. ebd. auch S. 181.

Hindemiths Musik könnte, da sie in dem WDR-internen Laufplan für den Tonträgerdienst nicht erwähnt wird, zwischen verschiedenen Teilen des Gesprächs erklungen sein, denn Else Lewertoff schreibt auf S. 90 ihrer Erinnerungen: „Der Regisseur unserer Rundfunksendung hatte auf Grund unserer Ausführungen und der ihm zur Verfügung gestellten alten Programme die entsprechende Musik ausgesucht und sie an den strategisch richtigen Punkten unseres Gesprächs eingefügt. Hierbei stellte sich heraus, dass die meisten der gebotenen Beispiele aus dem Oeuvre von Paul Hindemith stammten ..... So wirkte das Colloquium wie eine Gedenkstunde für den Meister.“ (Paul Hindemith verstarb am 28. Dezember 1963 in Frankfurt am Main.)

[304] Vgl. den WDR-internen masch. Laufplan für den Tonträgerdienst, 4. Woche, maschinenschriftlich unterzeichnet und datiert: „Dr. [Otto] Tomek | 14. I. 1964/L (2248)“. Die Programmzeitschrift HörZu kündigte die Sendung unter dem 20. Januar 1964 auf S. 54, Sp. [4]–[5] an. – Für die Auffindung von Unterlagen über die Tonaufzeichnung im März 2009 ist Petra Witting-Nöthen, Historisches Archiv des WDR Köln, vielmals zu danken.

[305]  Zunächst schrieb mir Petra Witting-Nöthen (WDR Köln, Historisches Archiv) am 30. März 2010 in einer E-Mail, dass das in Frage stehende Tonband zwar nicht in der Datenbank des WDR erfasst sei, sich aber in einem „speziellen Altbestand“ befinde. Die Signatur, die ich zuvor schon einem maschinenschriftlichen „Laufplan für den Tonträgerdienst“ (siehe Anm. [304]) entnehmen konnte, lautete: „B[an]d I-77166-63/l“ (das letzte Zeichen nach dem Schrägstrich – kleines „L“ oder die Zahl „1“ – war für mich nicht zweifelsfrei zu entziffern). Am 10. und 11. Mai 2010 erhielt ich in zwei E-Mails von Bettina Reinecke (WDR Mitschnittservice Radio) neben Angaben über die Suche die Mitteilung über die Nichtauffindbarkeit des Mitschnitts. Dabei schrieb sie mir, dass das Tonband im Rahmen meines Auftrags dem entsprechenden Magazin entnommen wurde, dass sich von hier ab jedoch leider jede Spur verliere. Die bereits entrichtete Gebühr für eine digitalisierte Kopie wurde mir zurückerstattet. Ich unternahm noch verschiedene Schritte, die zur Auffindung des ursprüngliches Tonbands führen sollten, doch blieben alle meine Bemühungen ohne Erfolg.

[306]  Vgl. das Ende von Anm. [36].

[307]  Gad Lewertoff in einer E-Mail an den Verfasser am 14. Oktober 2009.

[308]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 181.

[309]  Die Einzelheiten, die hier und im Folgenden erwähnt werden, finden sich vor allem im Kapitel Immer wieder hin und zurück in Else Lewertoffs Erinnerungen, S. 181–186.

[310]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 185a (Seitenzählung der Verfasserin). – Nebenbei sei bemerkt, dass es sich bei Hin und zurück auch um eine Kurzoper von Paul Hindemith handelt. Zwar ist der Titel eine durchaus umgangssprachliche Wendung, doch da Else Thalheimer Hindemith gut kannte und besonders verehrte, zitierte sie diesen Titel vielleicht, zumal sie, wie ihre Erinnerungen (S. 85) zeigen, der Uraufführung dieser Kurzoper in Baden-Baden am 17. Juli 1927 beigewohnt hatte. Vgl. auch das Programmbuch Deutsche Kammermusik, Baden-Baden 1927, S. 14. – Marcellus Schiffer (1892–1932), der auch das Libretto von Hindemiths „lustiger Oper in drei Teilen“ Neues vom Tage (Uraufführung im Juni 1929) verfasst hatte, war ein jüdischer Kabarettist, der sich 1932 das Leben nahm.

[311]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 185[b].

[312]  Über die Vorgeschichte ihrer Erinnerungen berichtet Else Lewertoff in dem Vorwort des Typoskripts (S. 1). Hier hielt sie auch fest (S. 1–2), dass sie „mehr als 3 Jahre“ nach dem Tod ihres Mannes mit der Niederschrift der Erinnerungen begann.

[313]  Vgl. Anm. [36].

[314]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 186.

[315]  Den Zeitpunkt des Bezugs der neuen Wohnung in Tel Aviv versicherte mir Gad Lewertoff in einem Telefonat am 17. August 2010 ausführlich und ausdrücklich, so dass die Angabe „1970“ in Else Lewertoffs Erinnerungen (S. 111 und S. 207) ihre Rückkehr aus den USA nach Israel wohl irrtümlich auf das Jahr zuvor datierte.

 

 

Dank

Allen Genannten sei für Auskünfte in dieser Forschung herzlich gedankt.

Alexander, Beatrix, Kölnisches Stadtmuseum
Antonia de Spiritu Sancto (Sr. Dr. M.), Köln, Edith-Stein-Archiv
Barg, Angelika, Köln, Standesamt Köln, Leiterin
Bartels, Ulrich, Brühl, Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abtlg. Rheinland
Becker, Ralf (Dr.), Max Scheler Gesellschaft, Kiel
Becker-Jákli, Barbara (Dr.), NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Berg, Claudia, Universitäts- und Landesbibliothek Bonn
Brassat, Petra, Kassel, Merseburger Verlag
Davids, Catalina, Archiv der Universität Bonn
Dünnwald, Sabine, Euskirchen, Stadtarchiv Euskirchen
Enterrottacher, Rudi, München, Städtisches Luisengymnasium München
Fischer, Thomas W., Bibliothekar am
      Musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln
Franken, Irene, Freie Historikerin, http://www.frauengeschichtsverein.de/
Freitag, Robert, Köln-Mülheim
Freitäger, Andreas (Dr.), Köln, Universitätsarchiv der Universität zu Köln
Gedig, Iris, Erftstadt, http://www.familienbuch-euregio.de/ (Familienbuch-
      Euregio, private Webseite von Iris Gedig, Gladbacherstraße 16,
      50374 Erftstadt)
Gosmann, Michael, Arnsberg, Stadtarchiv Arnsberg
Gruhn, Wilfried (Prof. Dr.), Buchenbach, Vorsitz der Kestenberg-Gesellschaft
Hahn, Joachim (Dr.), Plochingen, Alemannia Judaica
Haller, Annette (Dr.), Köln, Germania Judaica (Bibliothek)
Hartmann, Isabel, Frankfurt am Main, Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv
      (Sammlungen und Informationsvermittlung)
Henrich, Heribert (Dr.), Berlin, Musikarchiv der Akademie der Künste
Hessel-Becker, Regina, Köln, Meldebehörde der Stadt Köln, Abtl. 322/52
Heusler, Andreas (Dr.), Landeshauptstadt München, Stadtarchiv
Hilgers, Petra, Schleiden, Stadtarchiv Schleiden, Bürgerbüro, Fachbereich 2
Hillen, Christian (Dr.), Köln, wissenschaftlicher Mitarbeiter der
      Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln
Hirsch, Hans-Joachim, Stadtarchiv Mannheim (Öffentlichkeitsarbeit und
      KZ-Gedenkstätte Sandhofen)
Joisten, Rudolf, Stadtarchiv Schleiden
Kahlen, Stefan, Familienbuch Euregio (siehe auch unter Gedig, Iris)
Koch, Michael, Archiv der Stadt Höxter in Westfalen
Köhn, Ina (Dipl.), Berlin, Bibliothekarin, Staatsbibliothek zu Berlin
Krotman, Baruch, Genealoge, Israel
Landau, Paul, Tel Aviv, Direktor des Israel Music Information Centre
Lenarz, Michael, Frankfurt am Main, Jüdisches Museum
Lewertoff, Gad (Prof.), Tel-Aviv, Israel
Lonnemann, Christian, Bornheim, Stadtarchiv Bornheim
Lützenkirchen, Ursula, Gewerbeamt der Stadt Köln
Middendorf, Sonja, Bibliotheksassistentin der Bibliothek Zeven
Moonen, Josephine, Naarden, Stads- en Streekarchief, Niederlande
Neiss, Marion (Dr.), Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung / TU Berlin
Niemöller, Klaus Wolfgang (Prof. Dr.), Köln
Nodia, Nino (Dr.), Bayerische Staatsbibliothek München, Handschriftenabteilung
Ostkämper, Fritz, Höxter, Privatgelehrter
Pflock, Andreas, M.A., Ludwigshafen, Gedenken in Benelux (Gedenkstätten
      für die Opfer des Nationalsozialismus)
Pomerance, Aubrey, Berlin, Leitender Archivar, Jüdisches Museum Berlin
Prins, Yvonne, Den Haag, Centraal Bureau voor Genealogie, Niederlande
Proll, Petra, Bonn, Archiv der Universität Bonn
Pütz, Heike, Kreisarchiv des Kreises Euskirchen
Reittererová, Vlasta (Dr.), Wien
Saas, Annette, Westdeutscher Rundfunk Köln, Programmservice Hörfunk
Schenk, Dietmar (Dr.), Leiter des Archivs der Universität der Künste, Berlin
Schmitt-Bauermeister, Gertrud, Köln, Universitäts- und Stadtbibliothek
Simonson, Archivist (Center for Jewish History), Leo Baeck Institute
      (New York, NY)
Staal, Corinne, Stadsarchief Amsterdam, Afd. Publieksdiensten, Niederlande
Stein, Claudius (Dr.)
      Archiv der Ludwig-Maximilians-Universität München
Streichert, Jörg, Köln, Geschäftsführer der
      Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V.
Striewski, Jennifer, Bonn, Archiv der Universität Bonn
Surger, Ingrid, Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelberg
Valder-Knechtges, Claudia (Dr.), Frechen
S[chweste]r Verena, Köln, Edith-Stein-Archiv
Wagner, Rita (M.A.), Kölnisches Stadtmuseum
Waldmann, Susanne, Bürgermeisteramt der Stadt Niederstetten
Weise, Jürgen (Dr.), Köln
      Stv. Leiter der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv
Winkler, Dagmar, Köln-Mülheim, Meldehalle Mülheim
Witting-Nöthen, Petra, Köln, Leiterin des Historischen Archivs des
      Westdeutschen Rundfunks
 

 

Bibliografischer Nachtrag April 2015

Am 9. April 2015 erhielt ich dankenswerterweise von Herrn Prof. Dr. Klaus Wolfgang Niemöller seine Schrift Kulturtransfer von Köln nach Tel Aviv. Zur Gründung des Palestine Orchestra 1936, Reihe: Beiträge zur rheinisch-jüdischen Geschichte, hg. von der Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur in NRW [Nordrhein-Westfalen], Geschäftsführer: Dr. Helmut Fußbroich, 4. Jg., Heft 4, [Köln] 2014, 49 gez. + 1 ungez. Seite + 4 ungez. Umschlag-Seiten, DIN A5, geklammert. Mit vielen dokumentarischen Abbildungen.

Teile: Kölnisch-jüdische Musiker-AvantgardeDie Musikwissenschaftlerin Dr. Else ThalheimerKlemperer, Steinberg, Hindemith in KölnDie herausragende Konzertsaison 1927/28Die Kölner Gesellschaft für Neue MusikJuden raus!Der Jüdische KulturbundDas Palestine OrchestraWiedersehen nach dem Krieg in KölnNachtrag aus aktuellem AnlassHubermanns Kölner Mitstreiter – [Anmerkungen] – Nachweis der Abbildungen – [Impressum]

Download aller erschienenen Publikationen unter:
http://www.juedischesmuseum-koeln.de/publikationen.html

 

 

 

Erste Eingabe ins Internet:  Mittwoch,  25. August 2010
Letzte Änderung: Dienstag, 18. Oktober 2016


© 2010–2016 by Herbert Henck